Drastische Gewinnwarnung
Kirch steigt beim Filmhändler EM.TV ein

Der Einstieg der Kirch-Gruppe bei dem Münchener Filmrechtehändler EM.TV ist offenbar perfekt. Die beiden Unternehmen haben sich gestern über eine Minderheitsbeteiligung geeingt, meldete gestern Abend Reuters.

HB/Reuters MÜNCHEN. Kirch übernehme zudem einen wesentlichen Anteil an der Formel-1-Holding SLEC und Verbindlichkeiten in Höhe von mehreren Millionen DM, hieß es. Die Kirch-Gruppe hatte offenbar zunächst die Mehrheitsübernahme angestrebt, war aber auch vom Ausmass der Gewinnwarnung überrascht worden. Die Verhandlungen der Kirch-Gruppe mit EM.TV-Chef und-Großaktionär Thomas Haffa liefen zuletzt auf Hochtouren. Haffa will sich heute in München vor die Presse zur Lage äußern.

EM.TV, eines der Schwergewichte am Neuen Markt, hatte am Wochenende eine Gewinnwarnung abgegeben. Danach dürfte der Konzern im Gesamtjahr unter Einbeziehung der jüngsten Akquisitionen deutlich in die roten Zahlen geraten. EM.TV rutscht damit tiefer in der Krise als noch in der vergangenen Woche angenommen.



EM.TV liegt unter den schlimmsten Erwartungen

EM.TV

liegt mit der verkündeten Revision der Planung für 2000 noch unter den schlimmsten Erwartungen der Analysten. Das Medienunternehmen rechnet jetzt mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 50 Mill. DM, noch im Oktober wurden 600 Mill. DM prognostiziert. Dabei seien aber noch keine Abschreibungen auf die jüngsten, milliardenschweren Akquisitionen der Formel 1 (50 %), der Jim-Henson-Gruppe (100 %) und der Tele-München-Gruppe (45 %) berücksichtigt, hieß es. Auch das angesichts der hohen Investitionen deutlich negative Finanzergebnis ist im Ebit nicht enthalten. Deshalb dürfte EM.TV im Jahr 2000 insgesamt tief in die Verlustzone geraten.

Der Konzernumsatz soll 2000 bei 1,38 Mrd. DM liegen, teilte EM.TV weiter mit. Gegenüber der letzten Planung von 1,6 Mrd. DM ist das eine Abweichung um fast 14 %. Begründet wird die drastische Revision der Pläne mit geringeren Gewinnmargen sowie dem Verfehlen der Umsatzziele im EM.TV-Kerngeschäft (Kinder- und Familienprogramme, Merchandising). "Die Liquidität des Konzerns ist trotz der negativen Ergebniserwartung sichergestellt", betonte EM.TV in der Mitteilung.



Aktie rutschte auf Jahrestief

In der vergangenen Woche kursierten wiederholt Gerüchte, das Unternehmen stecke in Liquiditätsschwierigkeiten. Am Freitag hatten bereits Spekulationen um eine Gewinnwarnung an der Börse die Runde gemacht. Die EM.TV-Aktie rutschte daraufhin bei extrem hohen Umsätzen um 15 % auf ein neues Jahrestief von gut 15 Euro. Seit Februar hat die Aktie über 85 % verloren.

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