Drastische Kursschwankungen sind dem Automobilzulieferer fremd
Schuldenberg dämpft Phoenix-Kurs

Für die Aktie der Phoenix AG sehen die Analysten Kurspotenzial nach oben. Grund: Der Autozulieferer hat seine Restrukturierung fast abgeschlossen. Ein Knackpunkt ist aber die erhöhte Neuverschuldung. Sie könnte die erwarteten Gewinnzuwächse dämpfen und den Spielraum für Kurssteigerungen begrenzen.

HB HAMBURG. Die Analysten sind sich einig: Die Aktie des Hamburger Automobilzulieferers Phoenix ist für Anleger mit schwachen Nerven ein solides Investment. Der Grund: Nach Angaben von Bankanalysten bleiben den Aktionären des MDax-Wertes Überraschungen und Kursausschläge wie bei den Unternehmen am Neuen Markt erspart.

Drastische Kursschwankungen sind dem Hamburger Automobilzulieferer fremd. Beleg hierfür ist, dass sich die Phoenix-Notierung - trotz eines schlechten Börsenumfeldes und eines Konzernumbaus - in den vergangenen 52 Wochen lediglich zwischen 11,05 und 14,95 Euro bewegte.

Der Nachteil für Anleger: Das Kurspotenzial der Phoenix-Aktie nach oben ist relativ begrenzt. So geht Frank Laser, Analyst bei der Hamburger Vereins- - und Westbank, davon aus, dass sich die Phoenix-Aktie bis Ende 2001 nur um 10 bis 15% besser als der Euro-Stoxx entwickeln werde. Der Notierung von Phoenix legte gestern in Frankfurt leicht auf 14,15 Euro zu. Grund für seine optimistische Einschätzung ist, dass der Konzern das seit Anfang 2000 begonnene Restrukturierungsprogramm im ersten Halbjahr 2001 abschließen will. Es sieht unter anderem die Verlagerung von Produktionsstätten an kostengünstigere Standorte wie Polen vor.

Schwieriges Marktumfeld belastet den Kurs

Nach Meinung Lasers dürften sich die hieraus entstehenden Einspareffekte positiv auf das Ergebnis des Unternehmens auswirken und den Kurs beflügeln. Er empfiehlt deshalb die Aktie zum Kauf. Der Analyst verweist bei seiner Einstufung auf die Gewinnschätzung des Vorstandsvorsitzenden des Konzerns, Konrad Ellegast. Er strebt im zweiten Halbjahr 2001 eine Rendite im Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit-Marge) von 6% an. Sie lag im vergangenen Geschäftsjahr nur bei 3,6%. Absolut erwirtschaftete der Phoenix-Konzern bei einem Umsatz von 0,97 Milliarden Euro einen Ebit von 34,5 (38,5) Millionen Euro.

Nicht so optimistisch sieht dies hingegen Lars Ziehn, Analyst bei der Frankfurter Deutschen Bank AG. Er rechnet für das zweite Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit einer Ebit-Marge von 4,8%. Für das Gesamtjahr erwartet Ziehn eine Ebit-Rendite von 4,6%. Der Analyst nennt hierfür mehrere Gründe: Das Marktumfeld der Automobilzulieferer habe sich verschlechtert. So würden viele Autokonzerne Produktionskürzungen vornehmen. Zudem nehme der Preisdruck in diesem Segment weiter zu.

Ein weiterer Grund für seine Gewinneinschätzung ist aber auch die erhöhte Nettoverschuldung des Konzerns. Sie resultiere unter anderem aus den erfolgten Akquisitionen sowie aus dem Restrukturierungsaufwand, der durch die Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer entstanden sei. Der Analyst stuft die Phoenix-Aktie als "Marketperformer" ein. Damit werde sich der Wert der Aktie konform mit dem MDax entwickeln. Er rät Anteilseignern die Aktie zu halten.

Hohe Verschuldung, aber gute Dividendenrendite

Zum Hintergrund: Die Nettoverschuldung im Konzern verdoppelte sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 248,3 (115,6) Millionen Euro. Das Zinsergebnis stieg in 2000 auf minus 13,2 (minus 9) Millionen Euro. Dies führte unter anderem dazu, dass sich der Fehlbetrag im Finanzergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr auf mehr als 12,5 (8) Millionen Euro erhöhte. Die Bankverschuldung bewegte sich im vergangenen Geschäftsjahr bei 177 (55) Millionen Euro.

Als einen Anreiz für den Kauf der Aktie sehen viele Aktienanalysten die hohe Dividendenrendite. Sie liegt - bezogen auf den gegenwärtigen Kurs - bei rund 4,5%. Das Unternehmen will für das vergangene Geschäftsjahr unverändert eine Dividende von 0,61Euro je Aktie ausschütten.Sie bewegt sich inklusive einer Steuergutschrift sogar bei 0,87 Euro.

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