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Drastischer Sparplan bei Telekom-Konzern BT Group

Der neue Chef des britischen Telekommunikations-Konzerns BT Group, Ben Verwaayen, hat am Montag einen rigiden Sparplan für die kommenden drei Jahre vorgestellt, um die Wirtschaftlichkeit des Konzerns zu stärken.

Reuters LONDON. Wie Verwaayen am Montag ankündigte, sollen tausende Stellen wegfallen und die Schulden drastisch reduziert werden.

"Es geht um Solidität. Wir verpflichten uns, attraktive Zahlen zu liefern, und wir werden das nicht mittels neuer Phantasieinitiativen machen. Wir stehen mit beiden Beinen auf der Erde, es ist absolut machbar", sagte der BT-Chef am Montag in London.

Verwaayen, seit drei Monaten an der Spitze der BT Group, peilt ein durchschnittliches Gewinnwachstum je Aktie von 25 Prozent an und will im Geschäftsjahr 2002/2003 (per 31. März) insgesamt 375 Millionen Pfund (rund 612 Millionen Euro) Kosten einsparen.

Beim Personalabbau will der Konzern sein bisheriges Tempo beibehalten und jährlich 5 000 bis 6 000 Stellen streichen. Die BT-Group beschäftigt rund 108 000 Mitarbeiter.

Die Gruppe hat sich nach Worten von Verwaayen für das laufende Geschäftsjahr 2002/2003 eine Marge für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 28 bis 30 Prozent gesetzt. Ferner erwartet BT einen positiven freien Cash-Flow und will in diesem Jahr wieder eine Dividende zahlen. Der freie Cash-Flow umfasst alle Nettozugänge von freien Mitteln abzüglich budgetierter Beträge für Investitionen und Gewinnausschüttungen. Der Cash-Flow dient unter anderem als Maß für die Fähigkeit eines Unternehmens, Schulden zu tilgen.

Analysten begrüßten den Plan. "Die neue Strategie sieht vernünftig aus und hat Ziele, die größtenteils erreichbar erscheinen", sagte Mark James, Analyst bei Nomura. Kursreaktionen erwarteten Händler und Analysten dagegen nicht. "Wenig davon ist neu, und wir fragen uns, wieviel davon im Aktienkurs bereits eingepreist ist", fügte James hinzu.

Der Niederländer Verwaayen hatte im Januar die Nachfolge von Peter Bonfield angetreten, der den früheren britischen Monopolisten auf eine kostspielige internationale Expansionstour geführt hatte. Jetzt will der Konzern seine Schulden bis 2004/05 unter 10 Mrd. Pfund senken.

Hohe Schulden belasten Telekom-Konzerne

Nach Beteiligungskäufen und den enormen Ausgaben für die UMTS-Mobilfunklizenten kämpfen die großen europäischen Telekomkonzerne wie France Telecom und Deutsche Telekom mit Milliardenschulden. BT stand nach Halbierung der Schulden im vergangenen Jahr Ende 2001 noch mit 13,6 Mrd. Pfund in den roten Zahlen

.

Nach der Einstellung ihres umfangreichen Gemeinschaftsunternehmens für Datendienstleistungen mit dem US-Telefon- und Kabel-TV-Konzern AT&T, der Abspaltung des Mobilfunkbereichs und dem Verkauf zahlreicher ausländischer Beteiligungen soll bei der BT Gruppe jetzt wieder Stabilität einkehren. "Wir sind ein integriertes Telekom-Unternehmen mit verschiedenen operativen Geschäftsbereichen. Es wird weder Börsengänge geben, noch werden wir uns in die interne Restrukturierung vergraben", sagte Verwaayen.

BT-Aktien verloren am Montagvormittag an der Londoner Börse in einem leichteren Marktumfeld 1,28 Prozent auf 270,64 Pence. Seit Jahresanfang entwickelten sich die Titel um 32 Prozent besser als der Vergleichsindex Stoxx Pan-European Telecoms.

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