Drei Bieter als "engere Wahl" verkündet
Telekom schließt Liberty von Kabel-Auktion aus

Der US-Medienkonzern Liberty Media ist erneut mit seinem Versuch gescheitert, durch die Übernahme von sechs Kabelnetzen der Deutschen Telekom auf breiter Front Zugang zum größten europäischen Kabel-TV-Markt zu bekommen.

Reuters LONDON/FRANKFURT. Aus mit dem Bieterverfahren vertrauten Kreisen verlautete am Montag, Liberty sei nicht mehr in der abschließenden Auktionsrunde für die zum Verkauf stehenden TV-Kabelnetze der Telekom vertreten. Der Bonner Konzern habe als verbliebene Bieter für die entscheidenden Verkaufsverhandlungen die Konsortien Goldman Sachs und Partner sowie Hicks, Muse, Tate & Furst und die Investorengruppe Warburg Pincus benannt.

Die Telekom hatte zuvor bekannt gegeben, dass für die entscheidende Verhandlungsrunde drei Bieter ausgewählt worden seien, die die "wirtschaftlich attraktivsten Angebote" vorgelegt hätten. Die Namen der Interessenten nannte die Telekom nicht. An der Börse verloren die Telekom-Aktien in einem schwachen Marktumfeld 3,5 Prozent auf 8,75 Euro.

Die Telekom steht unter dem Druck der Finanzmärkte, ihre Verschuldung von zuletzt 64,2 Milliarden Euro zu senken. Der Verkaufserlös für die sechs verbliebenen Kabelnetze in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro soll dazu beitragen, die Verschuldung bis Jahresende 2003 auf rund 50 Milliarden Euro zu reduzieren. Bislang rechnet die Telekom in ihrem Schuldenabbauplan noch mit einem Verkaufserlös von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro. Vor allem wegen der Zurückhaltung der Konsumenten gegenüber neuen multimedialen Dienstleistungen über die Kabelnetze sind die Unternehmenswerte von Kabelgesellschaften in den vergangenen Monaten drastisch gesunken.

Die verbliebenen Interessenten wollen nach Telekom-Angaben sämtlich alle Netze in Nord- und Ostdeutschland sowie in Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland übernehmen. An die Kabelnetze der insgesamt sechs Regionen sind rund zehn Millionen Kunden angeschlossen.

Die Kabelnetze der Telekom stehen seit rund drei Jahren zum Verkauf. Die Netze in den bevölkerungsreichen Ländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen sind bereits an internationale Investoren veräußert worden. Der Verkauf der restlichen sechs Netze an Liberty Media für rund 5,5 Milliarden Euro in bar und Wertpapiere war im Frühjahr am Einspruch des Bundeskartellamts gescheitert. Die Wettbewerbsbehörde hatten einen marktbeherrschenden Einfluss von Liberty Media befürchtet. Für die zweite Auktion hatte sich Liberty mit den Investmentgruppen Blackstone und Apollo verbündet.

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