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Drei Deutsche bei Anschlag in Kundus verletzt

Bei einem Bombenanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im nordafghanischen Kundus sind drei deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe Isaf sagte am Samstag, zu dem Anschlag sei es am Freitagabend südlich der Stadt gekommen.

dpa POTSDAM/KABUL. Bei einem Bombenanschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille im nordafghanischen Kundus sind drei deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe Isaf sagte am Samstag, zu dem Anschlag sei es am Freitagabend südlich der Stadt gekommen.

Der Sprengsatz explodierte in der Nähe des Fahrzeugs der Soldaten. Der Sicherheitschef von Kundus, Mutalib Big, sagte, bislang sei niemand festgenommen worden. Die Untersuchung dauere an. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sagte am Samstag, am Ort des Anschlags sei ein Schreiben gefunden worden. "Dieses lässt jedoch nicht eindeutig den Rückschluss zu, dass Isaf oder das deutsche Kontingent ein spezifisches Ziel waren." Der Text sei sehr allgemein gehalten und richte sich gegen Ausländer und "Ungläubige". Die Untersuchung des Vorfalls laufe auf Hochtouren.

Die verletzten Soldaten seien zur medizinischen Behandlung sofort in das Bundeswehrrettungszentrum in Kundus gebracht worden, sagte der Sprecher. Die Männer hätten ihre Angehörigen in Deutschland noch am Freitagabend selbst telefonisch informiert. Ob sie in Afghanistan bleiben oder nach Deutschland zurückgeflogen werden, werde derzeit noch geprüft.

Die Bundeswehr habe ihre Patrouillenfahrten in Kundus inzwischen wieder aufgenommen, fügte der Sprecher hinzu. An der grundsätzlichen Einschätzung, dass die Sicherheitslage in der Region "relativ stabil" sei, habe sich durch den Anschlag nichts geändert. Es werde wie bisher eine ständige Risikoanalyse vorgenommen. Einzelheiten dazu wollte der Sprecher nicht nennen.

Ende September waren bei einem Raketenangriff auf die Bundeswehr in Kundus ein deutscher Soldat schwer und je zwei deutsche und zwei Schweizer Soldaten leicht verletzt worden. Zu dem Angriff hatten sich die Taliban bekannt, ihre Urheberschaft war aber angezweifelt worden. Kurz darauf hatte der Bundestag den Afghanistan-Einsatz um ein Jahr verlängert. In Kundus sind derzeit knapp 270 Bundeswehr-Soldaten stationiert.

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