Drei Fausregeln für Meeting-Kultur
14 Uhr ist Meeting-Time

Konferenzen bei den Antipoden sind wohl besonders unerträglich: In Australien schaltet jeder dritte Manager bei öden Besprechungen manchmal völlig ab - und schläft ein, besagt eine Studie der University of South Australia.

Der Rat des Organisationspsychologen Michael Kastner von der Universität Dortmund lautet deshalb: Weil die Menschen vormittags - zwischen acht und zwölf Uhr - am konzentriertesten arbeiten, sollten Sitzungen am besten nachmittags stattfinden. Die günstigste Konferenz-Zeit sei 14 Uhr, denn dann seien die Teilnehmer gesättigt, zufrieden und ruhig. Die Folge: Sie beschränken sich dann am ehesten aufs Wesentliche und auf die Fakten, meint Kastner. Er warnt, jedoch die Grenze von fünf Konferenzteilnehmern zu überschreiten. Denn unweigerlich gehen vor allem den Menschen, die ohnehin einen Hang zur Selbstdarstellung haben, dann die Pferde durch. Dabei sollen sich Europäer - egal ob Brite, Franzose, Deutscher oder Schwede - in Konferenzen eigentlich vorbildlich verhalten. So lautet das Fazit der Studie über "Meetingkultur in europäischen Unternehmen". Dass sie dösen, herumspielen, SMS verschicken, sich destruktiv verhalten, etwas anderes erledigen oder gar an Erotisches denken - das geben nur 0,2 Prozent der Befragten zu. Rund 60 Prozent der Meetings schätzen die Befragten als als produktiv ein. Das Fazit der Forscher: Wer konferiert, ist diszipliniert.

Innerhalb Europas, so meint Schell Marketing Consulting, sitzen die meisten passiv-destruktiven Leute in Großunternehmen. Sie machten drei Faustregeln aus.

  1. Je kleiner das Unternehmen, desto irrelevanter die Rahmenbedingungen wie technische Ausstattung. Umgekehrt machen die Mitarbeiter in Großunternehmen eher die Rahmenbedingungen als die Qualität der Teilnehmer für den Erfolg verantwortlich.

  2. Je größer die Firma, umso mehr Sitzungen veranstalten die Mitarbeiter. Kommen kleine Betriebe mit 2,6 Meetings in der Woche aus, so spielt sich in Großbetrieben unter 4 nichts ab. Die Effizienz ist überraschenderweise höher, je weniger konferiert wird: Bei den Kleinunternehmen halten 21 Prozent der Arbeitnehmer 80 Prozent ihrer Sitzungen für effizient, bei denGroßunternehmen fällt diese Zahl auf 10,9 Prozent.

  3. Je höher jemand die Karriereleiter erklimmt, umso mehr Zeit sitzt er in Meetings ab. Insgesamt verbringen Führungskräfte damit glatt doppelt so viel Zeit wie ihre nachgeordneten Mitarbeiter: Nehmen diese an 1,9 Sitzungen wöchentlich teil, so sind es bei deren Vorgesetzten schon 4,1. Im Detail: Schwedische Manager meeten am meisten (5,2) und französische am wenigsten (2,2).

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