Drei Haftbefehle bereits vollstreckt
Neue Müll-Affäre belastet Aachener Oberbürgermeister

Im Zusammenhang mit einer neuen Müll-Affäre sind am Mittwoch das Privathaus und Büroräume des Aachener Oberbürgermeisters Jürgen Linden (SPD) durchsucht worden.

HB/dpa AACHEN. Gegen ihn bestehe der Verdacht der Untreue, Vorteilsannahme, Bestechlichkeit und der Beihilfe zu Betrug, teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Mittwoch mit. Insgesamt wurden 36 Häuser und Büros durchsucht sowie drei Haftbefehle vollstreckt. Es gebe 20 Beschuldigte.

Bei der Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage Weisweiler (MVA) 1997 soll es Schiebereien zwischen der Betreibergesellschaft AWA GmbH, Unternehmen aus dem Bau-Konsortium und dem Fußballzweitligisten Alemannia Aachen - dessen Verwaltungsratsvorsitzender Linden damals war - gegeben haben.

Die MVA soll in Probeläufen nicht richtig funktioniert haben. Die AWA verzichtete auf Schadensersatzforderungen gegen den Generalunternehmer Deutsche Babcock Anlagen GmbH. Es besteht der Verdacht, dass Babcock im Gegenzug Lindens Fußballclub eine Finanzspitze von 100 000 Mark (51 000 Euro) zukommen ließ. Die Hoch und Tief AG habe zudem 50 000 Mark auf ein Konto gezahlt, über das Linden Verfügungsgewalt gehabt habe.

Dem Oberbürgermeister wird außerdem gezielter Einfluss bei der Ausschreibung und Vergabe der Müllentsorgung zu Gunsten einer Firma aus der Trienekens-Gruppe vorgeworfen. Der Stadt Aachen soll dadurch ein Schaden von 1,5 Millionen Mark (767 000 Euro) entstanden sein.

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