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Drei Italien-Clubs im CL-Achtelfinale

Italien überwintert mit drei Clubs in der Champions League, Titelverteidiger FC Porto muss am letzten Spieltag der Gruppenphase sogar um den Uefa-Cup bangen.

dpa HAMBURG. Italien überwintert mit drei Clubs in der Champions League, Titelverteidiger FC Porto muss am letzten Spieltag der Gruppenphase sogar um den Uefa-Cup bangen.

Während die "Azzurri" mit Juventus Turin, Inter und AC Mailand im kommenden Jahr das Achtelfinale der "Königsklasse" in Angriff nehmen werden, droht den Portugiesen ein halbes Jahr nach dem Überraschungscoup von Gelsenkirchen das jähe Ende ihrer Europacup-Träume. Neben Milan lösten der FC Barcelona und erstmals im neunten Anlauf auch der PSV Eindhoven das Ticket für die K.o.-Runde, für die Bayern München, Manchester United, Olympique Lyon und der FC Chelsea schon qualifiziert waren.

Porto klammerte sich durch ein Tor des Südafrikaners Benny Mccarthy (28. Minute) in der "heißen Kälte" ("O Jogo") von Moskau an den Strohhalm zum Weiterkommen, doch aus eigener Kraft kann es der Titelträger nicht mehr schaffen. Vor dem letzten Vorrundenspiel am 7. Dezember bahnt sich in der Gruppe H ein Drama an, denn ausgerechnet Meistermacher Jose Mourinho, der mit Chelsea beim 0:0 gegen Paris St. Germain erstmals zwei Punkte abgab, könnte seinen Ex-Club ins internationale Aus befördern. Verliert Porto zu Hause gegen Chelsea und Paris St. Germain gegen Zska Moskau, bleibt den Portugiesen nicht einmal der Uefa-Cup.

Porto hofft nun auf einen Freundschaftsdienst des Ex-Trainers. Mourinho schonte gegen Paris ("Es war ein Spiel ohne Würze") sieben Stammkräfte und wird es laut "Daily Mirror" in Porto wieder tun, denn fünf Tage nach dem für die Londoner unbedeutenden letzten Gruppenspiel steigt in England der Premier-League-Gipfel gegen Arsenal. Die "Gunners" brauchen in der Gruppe E nach dem mageren 1:1 in Eindhoven einen Sieg gegen das gescheiterte Team von Rosenborg Trondheim, um Panathinaikos Athen hinter sich zu lassen.

Arsenals Torhüter Jens Lehmann traf beim Gegentor von Andre Ooijer (8.), das Thierry Henry ausglich (31.), eine Mitschuld. "Lehmann flatterte orientierungslos durch die Luft", schrieb die "Sun". Von Trainer Arsène Wenger gab es Schelte für einen weiteren Deutschen: Schiedsrichter Herbert Fandel hatte Lauren (65.) und Patrick Viera (78.) wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt, den von Borussia Dortmund umworbenen Niederländer Mark van Bommel trotz sieben Fouls jedoch verschont: "Er war mit van Bommel nachsichtiger als mit jedem anderen", schimpfte Wenger, was ihm wiederum die Kritik seines Kollegen Guus Hiddink einbrachte: "Als allererstes muss man ein guter Verlierer sein."

Ein 1:1 reichte auch dem FC Barcelona gegen Celtic Glasgow, das trotz der Abwehrschlacht in der Gruppe F auf der Strecke blieb. "Celtic stellte einen Bus vor das Tor", schimpfte die Zeitung "Sport" im Duett mit Barca-Trainer Frank Rijkaard: "Celtic spielte Anti-Fußball." Am letzten Spieltag kämpfen Barca und der AC Mailand um den Gruppensieg.

Milan reichte die zweite Halbzeit, um durch Kaka (52./90.) und Hernan Crespo (53./85.) den 4:0-Erfolg über Schachtjor Donezk sowie den Einzug in die Runde der letzten 16 klar zu machen. In Anspielung auf das 4-3-2-1-System der Mailänder jubilierte die "Gazzetta dello Sport": "Milan zündet den Weihnachtsbaum an." Dem verletzt zuschauenden Andrej Schewtschenko war indes nicht zum Feiern zumute. Der Stürmerstar aus der Ukraine war mit den Gedanken in seiner Heimat, wo zigtausend Menschen seit Tagen bei klirrender Kälte wegen vermuteten Wahl-Betrugs demonstrieren. "Ich zittere mit Kiew. Dort lebt meine Familie. Ich mache mir Sorgen", sagte Schewtschenko.

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