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Drei Leichen ohne Kopf im Irak

Die US-Armee hat nördlich von Bagdad drei enthauptete Leichen gefunden. Eine Patrouille sei am Mittwoch an einer Autobahn auf die Körper und die abgetrennten Köpfe gestoßen, bestätigte ein Sprecher der 1. US-Infanteriedivision in Tikrit.

dpa BAGDAD. Die US-Armee hat nördlich von Bagdad drei enthauptete Leichen gefunden. Eine Patrouille sei am Mittwoch an einer Autobahn auf die Körper und die abgetrennten Köpfe gestoßen, bestätigte ein Sprecher der 1. US-Infanteriedivision in Tikrit.

Islamistische Extremisten im Irak hatten in den vergangenen Monaten mehrere ausländische Geiseln enthauptet und zum Teil auch Bilder von der Ermordung veröffentlicht. Das Schicksal von zwei entführten Italienerinnen und zwei französischen Journalisten war unterdessen weiter unklar.

Zunächst war nicht bekannt, ob es sich bei den drei enthaupteten Leichen um Ausländer und um Opfer von Geiselnehmern handelte. Polizeioffizier Hassan Ahmed aus Tikrit sagte, die Soldaten hätten die in der Nähe der Kleinstadt Dedschel entdeckten Leichen der irakischen Polizei übergeben. Die Nationalität der Getöteten sei unklar. Mindestens ein Opfer trug eine Tätowierung in lateinischer Schrift. Die Leichen lagen in drei Plastiksäcken.

Eine jordanische Firma, deren Lastwagenfahrer sich in der Gewalt von Geiselnehmern befindet, erklärte, sie werde die Arbeit im Irak beenden. Das meldete der arabische Nachrichtensender El Dschasira. Damit kam die Firma der Forderung der Kidnapper nach, die zuvor ein Video ausgestrahlt hatten, in dem der Fahrer vorgeführt wurde.

Unterdessen ließen Geiselnehmer einen vor zwei Monaten entführten Türken frei. Er befinde sich in der türkischen Botschaft in Bagdad, sagte der Bruder des Entführten der Nachrichtenagentur Anadolu. Extremisten haben in den vergangenen Monaten zahlreiche ausländische Lastwagenfahrer als Geiseln genommen und einige von ihnen getötet.

Rund 100 Iraker demonstrierten in Bagdad gegen die Entführung ausländischer Zivilisten durch die Extremistengruppen. "Hände weg von den Unschuldigen!" stand auf einem ihrer Transparente. Ein Redner forderte die Freilassung der beiden Italienerinnen, die am 7. September in Bagdad entführt worden waren.

Bei Kämpfen in der westirakischen Aufständischen-Hochburg Ramadi wurden zehn Iraker getötet und sieben weitere verletzt. Dies teilten Krankenhausärzte mit. Bei den Opfern soll es sich um Zivilisten handeln. US-Einheiten waren am Morgen von mehreren Seiten in die weitgehend von Rebellen kontrollierte Stadt eingedrungen. Nach Augenzeugenberichten leisteten die Aufständischen stellenweise heftigen Widerstand. Wie das US-Militärkommando mitteilte, war ein US-Marineinfanterist am Dienstag bei einem Einsatz in der westlichen Provinz Anbar getötet worden. Zu der Provinz gehören auch Ramadi und Falludscha.

Die mutmaßlichen Entführer der französischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot bezichtigten Frankreich auf einer Internetseite zahlreicher Verbrechen gegen die Muslime. Die Erklärung verwies auf frühere Konflikte in Algerien und Ägypten. Das Pariser Außenministerium erklärte dazu, die Botschaft werde analysiert wie andere Botschaften auch, die in den vergangenen Tagen eingegangen seien. Zum Schicksal der am 20. August in Nadschaf entführten Journalisten äußerte sich das Kommuniqué nicht.

Die US-Regierung will einen Teil des für den Wiederaufbau im Irak vorgesehenen Budgets für die Verbesserung der Sicherheitslage abzweigen. Das sagte Staatssekretär Marc Grossman am Dienstag in Washington. Es handelt sich um 3,46 Mrd. $ (2,82 Mrd. ?), die für die Wasser- und Abwasserversorgung und ein Kraftwerk eingeplant waren. Die Projekte sollten erst im kommenden Jahr in Angriff genommen werden.

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