Drei Millionen für Pflege des Kulturerbes
Vertrag mit Zentralrat der Juden gebilligt

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die historische Abmachung mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland gebilligt. Der Vertrag war am 27. Januar von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem Zentralrats-Präsidenten Paul Spiegel unterzeichnet worden.

HB/dpa BERLIN. Darin werden erstmals in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands die Beziehungen zwischen dem Staat und der Vertretung der Juden geregelt. Der per Gesetz festgeschriebene Vertrag bedarf noch der Zustimmung des Bundestages.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurde der Vertrag im Bewusstsein der besonderen historischen Verantwortung für das jüdischen Leben in Deutschland geschlossen. Der Zentralrat erhält für die Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes, für den Aufbau einer jüdischen Gemeinschaft sowie für seine integrationspolitischen und sozialen Aufgaben jährlich drei Millionen Euro.

Nach der Wiedervereinigung haben die Jüdischen Gemeinden in Deutschland starken Zulauf erhalten, vor allem durch den Zuzug aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Die Zahl der Gemeindemitglieder hat sich in den vergangenen 10 Jahren auf 100 000 nahezu verdreifacht. Vor dem Machtantritt der Nazis lebten in Deutschland 600 000 Angehörige der jüdischen Minderheit. 1945 waren es nur noch 15 000.

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