Drei Niederlagen in drei Spielen
Spanischen Klubs droht geschlossen das Aus

Die spanische Presse träumte schon vom Champions-League-Halbfinale der beiden Traditionsklubs Real Madrid und Barcelona. Jetzt droht das Viertelfinale des Meisterwettbewerbs zum Albtraum für Spanien zu werden. Auch La Coruna ist so gut wie aus dem Rennen.

dpa ATHEN. Die spanischen Fußball-Vereinene drohen im Viertelfinale geschlossen auf der Strecke zu bleiben. Das 0:1 des FC Barcelona bei Panathinaikos Athen am Mittwoch war die dritte Hinspiel-Niederlage für die Clubs aus der Primera Division. Zuvor hatten Real Madrid mit dem 1:2 bei Bayern München und Deportivo La Coruña mit einer 0:2-Heimpleite gegen Manchester United für einen verunglückten Viertelfinal-Auftakt der Spanier gesorgt.

Barca-Trainer Carles Rexach, der wohl nur mit einem erfolgreichen Abschneiden in der europäischen "Königsklasse" seinen Arbeitsplatz retten kann, verbreitete trotz der Niederlage in Athen Optimismus vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag im Stadion Camp Nou. "Das Ergebnis wird unseren Kampfgeist nicht beeinflussen. Ich bin mir sicher, dass wir vor heimischem Publikum mehrere Tore machen werden."

Das sind offenbar aber nicht alle. "Ich hatte das Gefühl, in einer anderen Mannschaft zu sein, nicht aber beim FC Barcelona", übte Stürmer Patrick Kluivert Selbstkritik. Die spanische Presse stieß am Donnerstag ins gleiche Horn. Rexachs Taktik gerät immer mehr in die Kritik. Bei Panathinaikos setzte er auf eine defensive Elf mit Kluivert als einziger Spitze. Erst in der 71. Minute brachte der Coach den brasilianischen Star Rivaldo ins Spiel. "Das ist der Lohn der Angst. Barca trat an, um nicht zu verlieren, nicht aber, um zu gewinnen", grantelte die Fachzeitschrift "Sport". Rexach ließ sich davon nicht beeindrucken. Seine Prognose für das Rückspiel lautet schlicht: "Ich bin von Natur aus Optimist."

Panathinaikos-Trainer Sergio Markarian war trotz der guten Ausgangsposition mit der Vorstellung des griechischen Vize-Meisters nicht zufrieden und ließ Vorsicht walten: "Ich weiß nur, dass Panathinaikos heute nicht zu hundert Prozent da war. In Barcelona werden wir aber hundert Prozent geben müssen."

In dem kleinen Athener Stadion "Apostolos Nikolaidis" sahen gerade einmal 17 000 Zuschauer eine schwache Leistung beider Mannschaften, die in ihren jeweiligen nationalen Meisterschaften weit abgeschlagen sind. Die Clubs müssen derzeit sogar um die neuerliche Qualifikation zur Champions League bangen. Mit einem umstrittenen Foulelfmeter sorgte Angelos Bassinas (79.) für die Spielentscheidung.

Für Panathinaikos war es das vorerst letzte Heimspiel vor Publikum. Wegen der Ausschreitungen beim Spitzenspiel gegen den Erzrivalen Olympiakos Piräus (1:1) vor zwei Wochen muss der Hauptstadt-Club die nächsten vier Meisterschafts-Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten. Bei den Übergriffen verletzten Fans den Schiedsrichter. Panathinaikos-Präsident Aggelos Filippidis wurde für ein Jahr von seinem Amt suspendiert und darf 18 Monate kein Fußball-Stadion mehr betreten. Außerdem muss der Verein 87 000 ? Strafe zahlen.

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