Drei Polizisten getötet - Rund 100 Geiseln freigelassen
Neuer Gewaltausbruch im Mazedonien-Konflikt

Ein erneuter Gewaltausbruch zwischen Albanern und Mazedoniern hat den Friedensprozess in dem Balkanland erschüttert. Nach Angaben von Innenminister Ljube Boskovski vom Montag wurden am Sonntag in der Region Tetovo drei Polizisten getötet und insgesamt 100 Mazedonier entführt oder als Geiseln genommen.

ap SKOPJE. Parlamentspräsident Stojan Andov teilte gegen Mittag mit, alle gefangenen Mazedonier seien wieder frei gelassen worden. Das habe er vom EU-Gesandten Alain Le Roy erfahren.

Aus Polizeikreisen verlautete, die getöteten Polizisten seien Mitglieder einer Spezialeinheit gewesen, die am Sonntag in der Nähe des Dorfes Trebos von albanischen Rebellen überfallen worden sei. Zwei Beamte seien schwer verletzt worden.

Ein westlicher Diplomat kritisierte die Stärke der stationierten Polizeitruppe, die vermutete Massengräber bewachen soll. Er sprach von einer unnötigen Provokation. In den Gräbern werden die Leichen von Mazedoniern vermutet; vermutlich wurden die Opfer von albanischen Rebellen getötet.

Die Hintergründe der Geiselnahmen waren unklar. Ein ehemaliger Rebellenkommandeur der Nationalen Befreiungsarmee (UCK) sagte der Nachrichtenagentur AP, die albanischen Rebellen seien nicht in die Entführungen verwickelt. Die UCK wurden mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens im August offiziell aufgelöst.

Im Parlament kommt unterdessen der Friedensprozess nicht voran. Am Sonntag teilte Andov mit, dass die Debatte über Verfassungsänderungen zu Gunsten der Albaner erst fortgesetzt werde, wenn die den Rebellen nahe stehende Partei des Demokratischen Wohlstands (PDP) wieder voll am politischen Prozess teilnehme. Die PDP will entweder gegen die Einigung stimmen oder die Plenumssitzung boykottieren.

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