Drei Tage Chaos auf Mallorcas Flughafen
Mallorca: Busfahrer drohen mit weiteren Streiks

Nach dem dreitägigen Chaos auf den Flughäfen von Mallorca, Ibiza und Menorca droht den Urlaubern neuer Streik-Ärger auf den spanischen Ferieninseln. Die Busfahrer, die mit ihrem Ausstand unzähligen Urlaubern am Wochenende die Ferien vergrällten, wollen in zwei Wochen möglicherweise erneut die Arbeit niederlegen. Die Entscheidung darüber werden sie in den nächsten Tagen treffen.

dpa PALMA DE MALLORCA. Nahezu eine halbe Million Feriengäste mussten während des Streiks von Freitag bis Sonntag stundenlang auf ihren Abflug oder auf ein Taxi zum Hotel warten. Die Behörden mussten am Sonntag die Zahl der ankommenden Chartermaschinen auf allen drei Inseln drastisch reduzieren. Damit verhinderten sie eine Überfüllung der Wartehallen und eine Schließung der Airports.

Die Urlauberflüge hatten teilweise mehr als 10 Stunden Verspätung. Nach Angaben der Flughafenbehörde in Palma war praktisch keiner der über 700 geplanten Flüge pünktlich. Zehntausende Urlauber, darunter auch viele Eltern mit Kindern, campierten in der Nacht auf den Flughäfen, um am Morgen ihre Flugzeuge nicht zu verpassen. Die Airport-Hallen ähnelten zuweilen Flüchtlingscamps.

Auch auf deutschen Flughäfen wie Frankfurt am Main, Düsseldorf, Erfurt und Stuttgart mussten sich Mallorca-Urlauber Stunden lang gedulden, bis sie in die Ferien fliegen konnten. Die meisten Passagiere seien genervt, aber durch die Medien informiert und vorbereitet, hieß es vom Reisekonzern Thomas Cook, zu dem Anbieter wie Neckermann gehören. Absagen oder Umbuchungen hätte es kaum gegeben. "Wer nach Mallorca will, lässt sich von einem Streik nicht abschrecken", sagte Sprecher Steffen Milchsack.

Auf Mallorca gab es dagegen auch einige gewaltsame Zwischenfälle. Ein Deutscher geriet nach Augenzeugenberichten mit Streikposten aneinander und schoss mit einer Pistole in die Luft. Er wurde festgenommen. Streikende zerstachen die Reifen von etwa 90 Mietwagen. Mehrere Streikposten wurden festgenommen, aber später wieder frei gelassen.

Die Busfahrer wollten den Ausstand am Sonntag um Mitternacht beenden. Über das weitere Vorgehen waren sie uneins. Einige forderten, in zwei Wochen einen unbefristeten Streik auszurufen. Andere plädierten dafür, ein von den Gewerkschaften mit den Busunternehmern ausgehandeltes Tarifübereinkommen anzunehmen. Am Dienstag legen in ganz Spanien die Piloten der Fluggesellschaft Iberia erneut für 24 Stunden die Arbeit nieder.

Die streikenden Busfahrer auf den Balearen verfehlten ihr Ziel, den Flugverkehr zum Zusammenbruch zu bringen. Dies lag vor allem daran, dass die Taxifahrer einsprangen und die Urlauber zu den Hotels oder zum Flughafen brachten. Bei den deutschen Reiseveranstaltern ging dies meist ziemlich rasch. Ankommende Briten oder Spanier mussten aber häufig mehrere Stunden in der Hitze auf ein Taxi warten, auf Menorca bis zu acht Stunden.

Die Reiseveranstalter hoben hervor, dass die meisten Urlauber gelassen und diszipliniert auf die Streikfolgen reagiert hätten. Einige entnervte Touristen schworen jedoch, nie mehr ihren Urlaub auf Mallorca zu verbringen. Die Tourismus-Branche bezifferte die durch den Streik entstandenen Verluste auf 235 Millionen Mark. Die langfristigen Einbußen durch den Imageverlust für die Balearen als Ferienziel seien möglicherweise fünf Mal so groß, sagte ein Verbandssprecher.

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