Drei Tage in Leipzig
IG Metall eröffnet Zukunftskongress

Angesichts des anhaltenden Mitgliederschwundes will die IG Metall von heute (Donnerstag) an in Leipzig ihre Politik auf den Prüfstand stellen und neue Konzepte entwickeln. Beim so genannten Zukunftskongress geht es drei Tage lang um die Modernisierung der zweitgrößten deutschen Gewerkschaft.

dpa LEIPZIG. Bei dem Kongress werden etwa 500 Gewerkschafter und 350 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft über ein "Zukunftsmanifest" diskutieren. Zentrale Themen sind die künftige Tarif- und Arbeitszeitpolitik und die Finanzierung des Sozialstaates. Beschlüsse werden in Leipzig nicht gefasst. Zum Abschluss des "Zukunftskongresses" am Samstag wird Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erwartet. Die IG Metall hat derzeit noch 2,67 Millionen Mitglieder und will vor allem für junge Menschen attraktiver werden.

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel sagte im Vorfeld des Kongresses, die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Menschen seien vielfältiger geworden. Aufgabe der IG Metall sei es, "den Wandel und die Vielfalt zu gestalten". Dazu gehöre auch die betriebliche Differenzierung in der Tarifpolitik und eine moderne Arbeitszeitpolitik. Zudem müsse sich die IG Metall wieder stärker in die Diskussion um die Reformen des Sozialstaates, die Wirtschaftspolitik und die Globalisierung einmischen.

Der Zukunftskongress wird heute Nachmittag von IG-Metall-Vize Jürgen Peters eröffnet. Danach diskutieren unter anderem die Generalsekretärin von Amnesty International, Barbara Lochbihler, die Unternehmerin Britta Steilmann und die Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Angelika Zahrnt, über die Herausforderungen der Gegenwart.

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Hans Werner Busch, sieht im Zukunftsmanifest der IG Metall lediglich "vorsichtige Modernisierungsansätze". Alles in allem sei es aber "kein Modernisierungspapier", sagte Busch dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstag). In weiten Teilen würden vielmehr die Traditionalisten in der Gewerkschaft bedient, etwa bei der Forderung nach Ablehnung eines Niedriglohnsektors.

Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Berthold Huber sagte dem "Tagesspiegel", die Tarifpolitik müsse künftig den Beschäftigten mehr Mitsprache ermöglichen. "Wir sollten der Individualisierung nicht so entgegen treten, als wäre sie nur von Übel." Auf Grund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation der Betriebe sei eine Differenzierung der Tarifverträge unverzichtbar. Spätestens zur Tarifrund 2003 "müssen wir wissen, wie es geht".

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