Drei Tote allein in Sachsen
Städte und Regionen versinken im Hochwasser

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Teilen Sachsens und Bayerns hat sich die Hochwassersituation in einigen Regionen Deutschlands noch weiter verschärft. Vor dem Hintergrund eines befürchteten Jahrhunderthochwassers der Mulde ist am Dienstagabend in Sachsen-Anhalt in Dessau und im Landkreis Bitterfeld und im sächsischen Landkreis Meißen Katastrophenalarm ausgelöst worden.

HB HAMBURG. Evakuierungen von ganzen Stadtteilen wurden eingeleitet oder vorbereitet. In Regensburg stellten sich die Einsatzkräfte für Mittwoch auf ein Zusammenlaufen der Hochwasserwellen aus Regen und Donau ein. Daher werde sich die Situation dort und weiter flussabwärts deutlich verschärfen, hieß es.

Drei Menschen starben bislang durch das Hochwasser in Sachsen. Dort wurden bisher rund 17 000 Menschen vor den Fluten gerettet. Teils waren die Menschen in den Städten nur noch mit Booten und Hubschraubern erreichbar. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) reist an diesem Mittwoch in die Hochwassergebiete nach Sachsen. In zahlreichen Landkreisen und kreisfreien Städten wurde dort Katastrophenalarm ausgelöst, ganze Ortschaften mussten evakuiert werden.

Sieben Menschen, darunter ein Feuerwehrmann, wurden am Dienstag in Sachsen noch vermisst. "Es ist zu befürchten, dass auch sie tot sind", sagte Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU). Krankenhäuser, Kliniken und Altenheime wurden geräumt. In vielen Regionen wurden die Energie-, Wasser und Wärmeversorgung unterbrochen. Stellenweise brach das Telefonnetz zusammen. Wegen der sich zuspitzenden Hochwasserkatastrophe bleiben am Mittwoch die rund 1900 Schulen in Sachsen geschlossen. Die Fluten führten zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr.

Die Bundesregierung kündigte ein Hilfsprogramm in Höhe von 100 Mill. Euro für die Opfer der Katastrophe in Deutschland an. Der Bundeskanzler brachte ein entsprechendes Kreditprogramm auf den Weg. Knapp 1500 Soldaten unterstützten die erschöpften Helfer.

In Dresden war der Verkehr zusammengebrochen. Aus dem Fluss Weißeritz kommendes Wasser überflutete die Innenstadt, Hauptbahnhof und Prager Straße glichen einem See. Laut Prognose sollte sich Mittwochmorgen dass Wasser am Pegel der Elbe auf etwa 7,75 Metern erhöhen. Im Normalfall hat sie einen Wasserstand von etwa zwei Metern. Besonders dramatisch war die Lage im sächsischen Landkreis Freiberg, wo zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten waren.

Am Abend hieß es hier jedoch erstmals Aufatmen. In dem vom Hochwasser fast flächendeckend schwer betroffenen Kreis begannen die Wassermassen abzufließen. Im Landkreis Annaberg wurde am Abend der Katastrophenalarm wegen fallender Pegelstände aufgehoben.

Im bayerischen Passau stemmten sich Hunderte am Dienstag verzweifelt gegen die schlimmste Hochwasserflut seit 48 Jahren. In der Dreiflüssestadt waren mehr als 850 Helfer pausenlos im Einsatz. Am Dienstagnachmittag erreichte die Flutwelle der Donau ihren Höhepunkt mit 10,81 Meter. Gegen 14.00 Uhr wurde erstmals seit Auslösung des Katastrophenalarms ein minimaler Rückgang des Pegelstands registriert. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) wie auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) machten sich in Passau ein Bild von der dramatischen Situation.

Im Bayerischen Wald ging das Wasser an den Oberläufen des Regen und an der Ilz deutlich zurück. Die oberpfälzische Stadt Cham war hingegen durch Wassermassen des Flusses Regen teilweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%