Drei Tote bei Anschlägen in Kaschmir
Indien bleibt hart: Kein Gespräch mit Pakistan

Die Fronten zwischen den Atommächten Indien und Pakistan in der Kaschmirkrise bleiben trotz des Drängens der USA verhärtet. Der indische Regierungschef Atal Behari Vajpayee sagte am Donnerstag, er werde am Rand des Südasiengipfels SAARC in Nepal kein Gespräch mit Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf führen. «Wir werden keine Gespräche beginnen, bis wir sicher sind, dass Pakistan aufgehört hat, den Terrorismus zu fördern», sagte Vajpayee.

dpa NEU DELHI/ISLAMABAD. Bei Anschlägen mutmaßlicher Moslemextremisten im indischen Teil Kaschmirs kamen drei Menschen ums Leben, 34 Menschen wurden verletzt. Drei Monate nach dem Autobombenanschlag auf das Regionalparlament in Srinagar mit 42 Toten warfen Rebellen am Mittwochabend drei Handgrananten auf das Gebäude. Ein Polizist wurde getötet. Bei einem Überfall auf ein Armeelager nahe Jammu kamen zwei Soldaten ums Leben.

Indien macht für solche Anschläge wie auch für den Terrorangriff auf das Bundesparlament in Neu Delhi Moslemgruppen verantwortlich, die ihre Hauptquartiere in Pakistan haben. Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich deshalb in den vergangenen Tagen bis zur Kriegsgefahr gesteigert. Der SAARC-Gipfel sei eine gute Gelegenheit, den Konflikt durch Dialog auszuräumen, hatte der Sprecher des US-Außenamts Richard Boucher gesagt.

Vajpayee reiste am Donnerstag nach Kathmandu, wo der Gipfel an diesem Freitag beginnt. Auch Musharraf reiste ab, machte aber in China Zwischenstation, weil Indien Pakistan die Überflugrechte gestrichen hat. Musharraf trifft am Freitag in Nepal ein. China zeigte sich sehr besorgt über die Krise. Außenminister Tang Jiaxuan warnte, der Konflikt könne außer Kontrolle geraten.

Der britische Premierminister Tony Blair reiste nach Bangladesch und wird voraussichtlich am Wochenende in Delhi und Islamabad mit Vajpayee und Musharraf reden, um sie zur Zurückhaltung aufzufordern.

In Pakistan verlangte eine Koalition aus moslemischen Gruppen, die auch gegen die US-Angriffe auf Afghanistan protestiert hatte, eine härtere Haltung gegenüber Indien. «General Musharraf ist eine Bedrohung für die Souveränität Pakistans, das Atomprogramm und Kaschmir», sagte Samiul Haq, der Präsident des «Rats zur Verteidigung Afghanistans» (PADC).

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