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Drei Tote bei Armee-Angriff im Gazastreifen

Bei den schwersten Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee seit mehreren Wochen sind im südlichen Gazastreifen mindestens drei Palästinenser getötet und 27 zum Teil schwer verletzt worden.

dpa GAZA. Nur wenige Stunden nach dem Treffen zwischen Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Israels Außenminister Schimon Peres stießen in der Nacht zum Donnerstag vier israelische Panzer und ein Bulldozer bei Rafah an der ägyptischen Grenze etwa 200 Meter auf autonomes Palästinensergebiet vor. Von dort aus nahmen sie einen Häuserblock unter Feuer, aus dem nach Armeeangaben seit Wochen auf Soldaten geschossen wurde.

Gefechte dauerten mehrere Stunden

Die Panzergranaten hätten ein dreistöckiges Gebäude zerstört und mehrere Häuser schwer beschädigt, berichteten palästinensische Augenzeugen. Bewaffnete Palästinenser erwiderten im Schutz der Gebäude das Feuer. Es kam nach palästinensischen Berichten zu einem mehrstündigen Gefecht, in dessen Verlauf drei Palästinenser getötet wurden. Von den Verletzten schwebten nach Aussagen palästinensischer Ärzte am Donnerstag noch vier in Lebensgefahr.

Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo warf Israel vor, die zehn Tage alte Waffenruhe bewusst untergraben zu wollen. Er forderte die US-Regierung auf, zu intervenieren. Die schweren Gefechte flauten erst am Morgen ab. Die israelische Armee begründete die Aktion mit einem Bombenanschlag vom Mittwoch, bei dem in der Nähe von Rafah drei Soldaten verletzt worden waren.

Radikale Gruppe für blutige Proteste verantwortlich

Die seit Wochen andauernden blutigen Proteste im Gebiet von Rafah gehen nach palästinensischen Aussagen von einer radikalen Gruppe aus, die Arafats Polizeieinheiten bisher nicht kontrollieren konnten.

Nur zwölf Stunden vor dem Zwischenfall hatten der israelische Außenminister Schimon Peres und Palästinenserpräsident Jassir Arafat bei einem Treffen auf dem Flughafen von Gaza «maximale Anstrengungen» vereinbart, um die vor zehn Tagen ausgerufene Waffenruhe vollständig umzusetzen. Schon kurz darauf wurde jedoch im Grenzgebiet bei Rafah ein 17-jähriger Palästinenser bei Protesten gegen die Besatzungsarmee erschossen.

Ansonsten blieb es am Donnerstag in den Palästinensergebieten weitgehend ruhig. Die Armee hatte wegen des jüdischen Versöhnungsfestes Jom Kippur alle Zufahrtswege vom Westjordanland nach Israel gesperrt. Auch die Landübergänge nach Jordanien und Ägypten wurden geschlossen. Die Polizei blockierte ferner sämtliche Straßen zwischen dem arabischen Osten Jerusalems und dem jüdischen Westen der Stadt.

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