Drei Tote bei Kämpfen in Ramallah
USA verstärken Druck auf Israel

Angesichts der andauernden israelischen Offensive in den Palästinensergebieten haben die USA ihren Druck auf die Regierung in Jerusalem verstärkt.

dpa JERUSALEM/WASHINGTON/NEW YORK. US-Präsident George W. Bush sagte am Mittwoch in Washington, er verstehe, wenn sich jemand verteidigen und gegen den Terror kämpfen wolle, "aber die jüngsten Aktionen sind nicht hilfreich". Bush äußerte sich dennoch hoffnungsvoll über die Nahost-Mission des US-Gesandten Anthony Zinni. Dieser wird an diesem Donnerstag in Israel erwartet.

Bei seinem Besuch in Ägypten erklärte US-Vizepräsident Richard Cheney, die USA wollten sich noch stärker für ein Ende der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern einsetzen. Cheney betonte nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Scharm el Scheich, die wahre Last, die Gewalt zu beenden, liege auf der palästinensischen und israelischen Seite.

Die israelische Armee stieß am Mittwoch mit Panzern bis ins Zentrum der palästinensischen Autonomiestadt Ramallah vor. Am Vortag hatten die Israelis bereits große Teile der Metropole des Westjordanlands besetzt. Bei den heftigen Feuergefechten in Ramallah wurden am Mittwoch ein italienischer Journalist und ein Offizier der palästinensischen Eliteeinheit "Force 17" getötet sowie Dutzende Palästinenser zum Teil schwer verletzt. Auch ein israelischer Soldat erlitt Medienangaben zufolge tödliche Verletzungen.

Das israelische Außenministerium bedauerte den Tod des italienischen Journalisten. Die Armee habe bereits eine Untersuchung des Zwischenfalls eingeleitet, hieß es in einer Stellungnahme.

Die israelischen Truppen rückten nach Augenzeugenberichten bis auf wenige hundert Meter zum Hauptquartier von Palästinenserpräsident Jassir Arafat vor. Arafat telefonierte am Mittwoch mit US- Außenminister Colin Powell und forderte den Abzug der Israelis "innerhalb von 24 Stunden". Die palästinensische Autonomiebehörde warnte vor einem Scheitern der Mission Zinnis, der eine Waffenruhe- Abkommen zwischen beiden Seiten vermitteln will. Nach Berichten der BBC verließen in der Nacht zum Donnerstag erste israelische Panzer die Palästinenserstadt.

Unterdessen begrüßte UN-Generalsekretär Kofi Annan das allgemeine Bekenntnis des Weltsicherheitsrates zu einem unabhängigen palästinensischen Staat neben einem souveränen Israel. Er sei sicher, dass in beiden Völkern übergroße Mehrheiten eine solche Lösung des Nahostkonfliktes befürworteten, sagte Annan am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in New York. Zugleich bekräftigte er seine Kritik an Israel wegen der "illegalen Besetzung" palästinensischer Gebiete sowie wegen des massiven Militäreinsatzes in Wohngebieten und Flüchtlingslagern.

An beide Konfliktgegner appellierte Annan, gemäß der in der Nacht zum Mittwoch beschlossenen Resolution des Sicherheitsrates endlich die Gewalt zu beenden und wieder Verhandlungen aufzunehmen. Die Resolution fordert mit einem deutlichen Hinweis auf palästinensische Selbstmordattentate auch die sofortige Einstellung "aller Terrorakte".

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