Drei verschiedene Kundengruppen
Futuristisch, fantastisch, fragwürdig: Die Fußballschuhe der Saison

Auch für Männer wird der Schuhkauf immer schwieriger - vor allem, wenn sie Fußball spielen. Aus dem Lederschuh mit Stahlkappen sind High-Tech-Stiefel geworden, deren Namen geheimnisvoll klingen. Beispiele: "Predator Mania X-TRX SG" von "adidas", "Air Zoom Total 90 II" von "Nike" oder "Cellerator Shudoh II GCI FG" von "Puma".

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. "Es gibt drei komplett verschiedene Konsumentengruppen", meint der zuständige "Puma"-Produktmanager Oliver Bechtel: "High-Tech-Fans, die immer die neuesten Entwicklungen haben wollen, der Lothar-Matthäus-Typ, der den konventionellen Schuh bevorzugt, und die junge Generation, die sehr Design orientiert ist."

Entsprechend vielfarbig kommen die Kicker daher. Weltfußballer Ronaldo trägt sein Schuhwerk schon mal in Gold, Herthas Marcelinho mag sie in Silber. "Silber, weiß und grau mit Metallic-Effekt sind die ganz großen Farben zur Zeit", so Bechtel. Doch nicht nur die Farbpalette ist groß. Auch die Entwicklung immer neuer Dämpfungssysteme, neuer Anordnungen der Stollen oder neuer Schnürungen geht weiter. Von der Idee bis zur Produktion eines Fußballschuh kann es bis zu zwei Jahre dauern.

Was sportlichen Chic vermuten lässt, ist aber rein pragmatisch, wie die seitliche Schnürung beim "Air Zoom Total 90 II". Sie folge der Kontur des Fußes, heißt es. Anatomisch angepasst, platzieren auch die beiden Herzogenauracher Sportartikelhersteller "Adidas" beim "Predator Mania X-TRX SG" und "Puma" beim Top "Cellerator Shudoh II GCI FG" die Schnürung auf dem Spann.

Aber was bedeuten diese Namen? "Shudoh steht analog zu Kendo, dem Weg des Schwertes, gewissermaßen für den Weg des Fußballspiels", erklärt Bechtel von "Puma". Damit sollen zugleich fußballerische Großereignisse verbunden werden, in diesem Fall mit der WM in Japan und Südkorea vor einem Jahr. Das Modell "Sheva" vom italienischen Hersteller "Lotto" leitet sich vom Spitznamen des AC Mailand-Stars Andrej Schewtschenko ab. Ansonsten werden die technischen Neuerungen in eher fantastisch anmutenden Namen verschlüsselt. Das Kürzel TRX steht für Traxion. FG ist die Kurzversion von Firm Ground, also ein Schuh für festen Boden.

Geworben wird mit den Trägern der teilweise bis zu 200 ? teuren Treter. "Einige der schnellsten und tödlichsten Fußballer der Welt tragen den Mercurial Vapor. Ronaldo, Lopez, Henry und Nakata gehören zu den Tödlichsten und Schnellsten", preist "Nike" mit einem fragwürdigen Slogan auf seiner Homepage den nur 196 Gramm schweren Schuh.

Große Sprünge wollen die Fußballer vor allem in der Tabelle machen. Helfen sollen dabei mittlerweile Kickerstiefel aus Känguruleder, das dünner und leichter als beispielsweise Kalbsleder ist. Die Tierschutzgruppe "Vegetarians International Voice for Animals" (VIVA) mit Sitz in Großbritannien hat jedoch bereits gegen die Verwendung dieses Materials protestiert, weil die Kängurus angeblich auf grausame Weise getötet würden. "Basierend auf den vorangegangenen Zusammenkünften und den Informationen, die wir daraus erhalten haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass "VIVA" falsch informiert ist, und dass ihre Behauptungen irreführend sind", antwortete "Adidas" auf die Vorwürfe.

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