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Dreikampf um Herbstmeistertitel

Besser hätte der letzte Akt vor der Bundesliga-Winterpause nicht inszeniert werden können: Der Dreikampf um die Herbstmeisterschaft zwischen dem FC Bayern München, FC Schalke 04 und VfB Stuttgart sorgt zum Ende der Hinrunde nochmals für reichlich Nervenkitzel.

dpa DÜSSELDORF. Besser hätte der letzte Akt vor der Bundesliga-Winterpause nicht inszeniert werden können: Der Dreikampf um die Herbstmeisterschaft zwischen dem FC Bayern München, FC Schalke 04 und VfB Stuttgart sorgt zum Ende der Hinrunde nochmals für reichlich Nervenkitzel.

Auch wenn die beteiligten Trainer den Wert der imaginären Trophäe bewusst herunterspielen, misst ihr Uli Hoeneß eine gewisse Bedeutung bei. "Psychologisch ist das nicht unwichtig. Wenn du auf Platz 1 überwinterst, ist das für dein Selbstvertrauen eine gute Sache", sagte der Manager des FC Bayern dem "Kicker".

Immerhin in 28 von 41 Fällen hielt der Herbstmeister am Ende auch die Schale in Händen. Nicht zuletzt deshalb forderte Hoeneß die Profis vor dem Gipfel gegen Stuttgart im Olympiastadion zu einem finalen Kraftakt auf. Mit einem Sieg über den Tabellendritten soll die Führung verteidigt und das Weihnachtsfest versüßt werden. Nach einer Saison ohne Titel ist der Erfolgshunger bei Hoeneß größer denn je: "In dieser Saison gönne ich keinem anderen einen Titel als dem FC Bayern." Ähnlich sieht es Vereinspräsident Franz Beckenbauer: "Ich würde dem FC Bayern raten, nicht mehr so großzügig mit dem Verschenken von Punkten zu sein."

Im Vergleich mit dem Verfolger aus Gelsenkirchen stehen die Bayern vor der schwierigeren Aufgabe. Unbeeindruckt von der deutlichen 0:3-Schlappe im DFB-Pokal vor einem Monat an gleicher Stätte und des Ausfalls von Kapitän Zvonimir Soldo liebäugeln auch die Schwaben noch mit der Herbstmeisterschaft. "Wir haben letztes Jahr bewiesen, dass wir sie schlagen können - auch wenn es in Stuttgart war", sagte Philipp Lahm, der in der kommenden Saison zum Gegner zurückkehren wird. Doch nur ein Erfolg in München und eine Niederlage der Schalker gegen Freiburg könnte den Weg an die Tabellenspitze ebnen.

Das Gerede von einem Weihnachtsfest als Tabellenführer lässt Ralf Rangnick zumindest vordergründig kalt. "Die Herbstmeisterschaft bedeutet mir nichts. Schalke hat ja schon viel Erfahrung mit inoffiziellen Titeln. Herbstmeister, Meister der Herzen, Hausmeister", scherzte der Coach des Tabellenzweiten in Anspielung auf die Saison 2000/2 001. Damals war der Traditionsclub nach der ersten Saisonhälfte zwar vorn, wurde aber in letzter Sekunde noch abgefangen. Gleichwohl träumen Rangnick und die Fans davon, den FC Bayern vor der Winterpause noch abzufangen. Alle wissen: Ein Patzer gegen den Außenseiter wäre das falsche Signal zur falschen Zeit.

Neben den Titelanwärtern stehen zwei Trainer im Mittelpunkt des Interesses. Viel deutet darauf hin, dass am 17. Spieltag der bereits fünfte Coach seinen Stuhl in dieser Saison vorzeitig räumen wird. Die anhaltende Kritik hat sowohl den Freiburger Volker Finke als auch seinen Dortmunder Kollegen Bert van Marwijk nachdenklich gestimmt. Verliert die Borussia auch beim daheim punktlosen Abstiegskandidaten Hansa Rostock, wird sich die Trainerdiskussion weiter verschärfen. Es ist nicht auszuschließen, dass der Niederländer von sich aus die Konsequenzen zieht. Noch gibt er sich kämpferisch: "Andere Leute haben mehr Probleme mit dem Druck als ich."

Ähnlich vertrackt ist die Lage für seinen Leidensgenossen Finke. Zum Ungemach des dienstältesten Bundesliga-Trainers haben sich die Umgangsformen vor allem nach dem desolaten Auftritt seiner Mannschaft beim 0:6 gegen Bremen bedenklich verschlechtert: "Ich liege auf dem Boden, und jeden Tag tritt ein anderer von oben mit der Hacke auf mich drauf. Ich erwarte Respekt, den sehe ich aber nicht."

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