Dreimonatiger Arbeitskampf bleibt ohne Ergebnis
NHL-Saisonausfall ist kaum noch zu verhindern

In der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ist ein Saisonausfall kaum noch zu verhindern. Im bereits drei Monate andauernden Arbeitskampf konnten sich Spielergewerkschaft und Ligaführung nicht auf einen Kompromiss einigen. NHL-Chef Gary Bettman lehnte den Gewerkschaftsvorschlag einer pauschalen 24-prozentigen Gehaltskürzung für alle Profis wie erwartet ab und beharrt weiter auf einer Einkommens-Obergrenze.

HB TORONTO. Dies wiesen die Profivertreter ihrerseits zurück. Weitere Gespräche wurden nicht vereinbart. Sogar der kanadische Premierminister Paul Martin bot seine Hilfe an, beide Seiten hatten aber schon zuvor erklärt, auf einen externen Vermittler verzichten zu wollen.

Da eventuelle Spiele frühestens nach einem Vorlauf von etwa sechs Wochen beginnen könnten, wird die Zeit für eine Einigung knapp. Als letzter Termin dafür gilt der Januar. Weil die Positionen trotz des Ausfalls von mittlerweile schon mehr als 400 Begegnungen und der Absage des traditionellen All-Star-Spiels aber verhärtet sind, könnte nun die komplette Saison dem Arbeitskampf zum Opfer fallen. Er hat dazu geführt, dass inzwischen fast 300 NHL-Profis zu europäischen Vereinen gewechselt sind.

"Wir kennen nur eine Möglichkeit, unsere Probleme zu lösen, falls nicht wundersamerweise noch jemand mit einem anderen Vorschlag kommt. Aber da bin ich höchst skeptisch", sagte Bettman, der auch eine Luxussteuer für Clubs ablehnte, die gewisse Grenzen im Gehaltsbudget überschreiten. Eine generelle 24-prozentige Kürzung entlaste die 30 Teams, von denen viele Verluste einfahren, nur kurzfristig.

Insgesamt sollen die Clubs nach dem Willen der NHL zwischen 34 und 39 Millionen Dollar pro Saison für Spielergehälter ausgeben. Die Pittsburgh Penguins und die Nashville Predators liegen sogar unter dieser Grenze, andere wie die Toronto Maple Leafs und die Detroit Red Wings dagegen erheblich darüber. Während Einigkeit über ein Minimalgehalt von 800 000 Dollar besteht, müssten die 41 Spieler mit einem Jahreseinkommen von mindestens fünf Millionen Dollar Einbußen von 35 Prozent hinnehmen. Bei geringeren Gehältern fällt der gestaffelte Abschlag kleiner aus, das Minimum sind aber 15 Prozent. Laut NHL soll dies über drei Jahre eine Kostenentlastung von 509 Millionen Dollar einbringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%