Dreitägige Ausschreitungen zwischen Moslems und Christen
Nigeria: 165 Todesopfer nach Unruhen

Bei den dreitägigen blutigen Ausschreitungen zwischen Moslems und Christen in Zentralnigeria sind nach Angaben von Helfern des Roten Kreuzes 165 Menschen getötet worden.

dpa NAIROBI/ABUJA. Rund 1000 Menschen seien bei den Kämpfen in der Stadt Jos im Bundesstaat Plateau verletzt worden, hieß es am Dienstag weiter. Während sich die Lage dort allmählich wieder entspannte, war es am Montag auch in der nördlichen Stadt Kano zu Gewaltausbrüchen religiöser Fanatiker gekommen.

Tausende von moslemischen Jugendlichen seien dort marodierend durch die Straßen gezogen, berichteten lokale Medien. Sie hätten eine Kirche und zahlreiche Autos angezündet, um den Tod an ihren Glaubensbrüdern in Jos zu rächen. Die Polizei bestritt jedoch jeglichen Zusammenhang zwischen den Unruhen. Nach Berichten von Tageszeitungen befürchteten die Sicherheitskräfte eine Ausdehnung von Vergeltungsaktionen auf andere Gemeinden des westafrikanischen Landes.

Derweil kehrte in Jos nach der vierten nächtlichen Ausgangssperre allmählich wieder der Alltag ein. Viele der mehreren tausend Einwohner, die die Stadt am Wochenende in Panik verlassen hatten, sind vorerst noch nicht zurückgekehrt.

Die schweren Unruhen in Jos hatten am Freitag begonnen, nachdem eine Christin offenbar die Freitagsgebete der Moslems gestört hatte. Ein Sprecher der Provinzverwaltung brachte die Unruhen am Dienstag jedoch auch mit Stammesfehden sowie wirtschaftlicher und politischer Unzufriedenheit in Verbindung. Angehörige der in Jos beheimateten, mehrheitlich christlichen Stämme hätten sich seit langem gegen die Ernennung eines moslemischen Siedlers aus dem Norden des Landes als Koordinator eines staatlichen Armutsbekämpfungsprogramms gewehrt.

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