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Dresden bereitet sich auf nächste Flutwelle vor

Mit Evakuierungen aus den Kliniken der Stadt hat sich Dresden am Donnerstag auf den nächsten Höhepunkt der Elbe-Flut vorbereitet. In der Nacht stieg das Wasser langsamer als erwartet und erreichte offiziellen Angaben zufolge um 03.00 Uhr 7,35 Meter.

Reuters BERLIN. In Bitterfeld blieb die Lage auch im Bereich des von Überschwemmungen bedrohten Chemieparks stabil. Der Pegelstand der Mulde gehe kontinuierlich zurück "und dies bedeutet für den Bitterfelder Raum eine deutliche Entlastung", sagte ein Sprecher des Katastrophenstabs für den Regierungsbezirk Dessau. Auch in Dessau blieb es offiziellen Messungen zufolge von Mitternacht an bei einem Pegelstand von knapp 5,90 Metern. Magdeburg bereitete sich darauf vor, einen Umflutkanal für die steigende Elbe zu öffnen.

Dresden evakuiert Intensivpatienten

In Dresden überschwemmte die Elbe den Angaben zufolge in der Nacht weitere Stadtteile. Dass der Anstieg zunächst jedoch unter den Vorhersagen blieb, machte den Menschen wenigstens für den Moment ein wenig Hoffnung. "Da sind wir erstmal positiv überrascht", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Experten rechnen damit, dass der Stand im Laufe des Vormittags bis zu 8,50 Meter und damit einen neuen Höhepunkt erreicht.

Die Stadt begann in der Nacht damit, sämtliche 170 Intensivpatienten aus den Kliniken zu evakuieren. Sie seien zum größten Teil mit Transall-Maschinen der Bundeswehr in andere Bundesländer ausgeflogen worden, sagte der Ministeriumssprecher. Die Stadt nannte zwölf Patienten, die aus dem Herzzentrum Dresden und einer städtischen Klinik mit Flugzeugen und Hubschraubern nach Leipzig, Bischofswerda und Bautzen gebracht worden seien. Viele Patienten seien auch mit Rettungsfahrzeugen verlegt worden. Der Krisenstab begründete seine Entscheidung für eine Evakuierung damit, dass bei weiter ansteigenden Wassern mit Stromschwankungen zu rechnen sei. Damit sei die Versorgung der Patienten gefährdet.

Dessau blickt auf den Zusammenfluss von Mulde und Elbe

In Dessau richteten sich die Sorgen mehr und mehr auf die Entwicklung an der Einmündung der Mulde in die Elbe am nördlichen Stadtrand. Je mehr Wasser die Elbe führt, desto langsamer fließt das Hochwasser der Mulde in den Fluss ab und verursacht einen Rückstau. Zudem seien die Deiche inzwischen stark aufgeweicht. Hilfskräfte und Freiwillige kämpften an mehreren Stellen im Stadtgebiet damit, ein Einbrechen der Dämme zu verhindern, sagte der Sprecher des Bezirks.

In Dessau selbst sei seinem Informationsstand nach noch nichts überflutet, sagte der Sprecher. In Bad Düben südlich von Bitterfeld sank seinen Angaben zufolge der Wasserstand der Mulde langsam, aber stetig. Um 03.00 Uhr seien 7,57 Meter gemessen worden, nach 7,90 um 22.00 Uhr am Vorabend. Man könne also davon ausgehen, dass die Mulde bereits weniger Wasser führe, wenn die Hochwasserwelle auf der Elbe die Stadt erreiche.

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