Dresdner Bank belastet
Allianz droht Rückstufung der Langfristratings

Die Agentur Moody's prüft eine Herabstufung der langfristigen Allianz-Ratings, da vor allem die defizitäre Tochter Dresdner Bank das Ergebnis der Allianz-Gruppe noch lange belasten dürfte.

Reuters FRANKFURT. Wie die Agentur am Donnerstag in London mitteilte, steht das entscheidende Aa2-Langfristrating der Allianz ebenso unter Beobachtung wie die Ratings der Dresdner Bank. Zwar nehme Moody's das bessere operative Geschäft im Bereich der Nicht-Lebensversicherungen zur Kenntnis, hieß es. Auch sei die wichtige Kosten-Schadenquote im ersten Quartal unter 98 Prozent gefallen.

"Allerdings wird die Dresdner Bank - trotz einer verhaltenen Verbesserung im ersten Quartal - wahrscheinlich die Ergebnisse der Gruppe noch einige Zeit deutlich belasten, da sie von der schwachen Konjunktur in Deutschland und der Entwicklung an den Kapitalmärkten abhängig ist", heißt es in der Mitteilung weiter. Auch die französische Tochter AGF bleibe hinter den Erwartungen zurück. In der Regel schließt Moody's Ratingüberprüfungen innerhalb von 60 Tagen ab. Die Allianz wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Der Verlust nach Steuern von 520 Mill. Euro war im Auftaktquartal 2003 mehr als doppelt so hoch wie in den letzten drei Monaten 2002 und lag auch über den Analysten-Schätzungen. Das Allianz-Bankgeschäft besteht fast ausschließlich aus der Dresdner Bank und verzeichnete im ersten Quartal allein ein Minus von 424 Mill. Euro.

Standard and Poor's stuft die langfristige Bonität der Allianz mit "AA-" und Fitch mit "A-" ein, jeweils mit negativem Ausblick. Ratings sind entscheidend für die Refinanzierung eines Unternehmens am Kapitalmarkt. Ein schlechteres Rating erhöht die Kosten bei der Kapitalbeschaffung. Der Allianz-Aktienkurs reagierte kaum auf die drohende Herabstufung und lag am Abend knapp ein Prozent im Plus bei 60,35 Euro.

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