Dresdner-Bank-Chef erwartet weitere Fusionswelle in Europa
Dresdner Bank deutet Verkauf der Allianz-Anteile an

Der Chef der Dresdner Bank sieht in der Auflösung der Überkreuzbeteiligung seines Insituts und der Allianz einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Entflechtung der Finanzbranche in Deutschland. Die Börse honorierte seine Aussagen mit steigenden Kursen für die Dresdner Bank-Titel.

dpa-afx/adx FRANKFURT/HAMBURG. Die Aktien der Dresdner Bank haben am Mittwochvormittag deutlich zugelegt, nachdem der Vorstandsvorsitzende Bernd Fahrholz in der Wochenzeitung "Die Zeit" einen Verkauf der Allianz-Anteile angedeutet hatte.

Intraday-Chart der Dresdner Bank-Aktie

Fahrholz sagte in dem Interview, die Auflösung der Überkreuzbeteiligung von Dresdner Bank und Allianz wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entflechtung der Finanzbranche in Deutschland. Er habe die geplanten Beteiligungsverkäufe in seine Strategie eingeordnet, aus der Dresdner Bank eine "europäisch fokussierte Beraterbank" zu machen. Auf die Frage, ob er auch die Anteile an der Allianz verkaufen werde, antwortete er: "Ich habe gesagt, wir desinvestieren. Und wer uns kennt, weiß auch, dass unser Portfolio zu 80 bis 85 % aus Versicherungswerten besteht."

Indes wird nach Ansicht von Fahrholz die Fusionswelle in Europa noch an Kraft zunehmen. Die neugeschaffene Rechtsform einer "Europa AG", die kurz vor Weihnachten von Brüssel verabschiedet worden ist, erleichtere Zusammenschlüsse auf dem Kontinent, stellte er fest. Allerdings setze die Nutzung dieser Rechtsform in der Praxis voraus, dass es in Schlüsselbereichen wie Steuer-, Bilanz- und Handelsrecht auf europäischer Ebene zu weiteren Harmonisierungen komme.

Analyst Ralf Dibbern von M.M.Warburg Investment Research sagte zu dem angedeuteten Verkauf der Allianz-Anteile, wenn es soweit kommen sollte, könne die Dresdner Bank einen außerordentlichen Gewinn realisieren. Eine solche Transaktion würde erhebliche Reserven der Bank aufdecken, die bisher "nur als niedrige Buchwerte in den Büchern ständen". Außerdem sei eine Veräußerung steuerfrei.

Auch ein anderer Analyst, der nicht genannt werden wollte, bewertete einen möglichen Verkauf positiv. Zudem sei die Ankündigung von Fahrholz zu diesem Zeitpunkt eine echte "Überraschung" für den Markt. Bereits im November hatte sich die Dresdner Bank von 4,3 Mill. Aktien der Münchner Rück-Versicherung.

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