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Dresdner Bank: Deutsche Institute schließen zu US-Banken auf

Die deutschen Finanzinstitute werden nach Ansicht der Dresdner Bank nach den Krisenjahren durchstarten und längerfristig auch deutlich zu den führenden US-Banken wieder aufschließen. "Es besteht die Chance, dass die deutschen Banken den Rückstand aufholen", sagte der Vorstandschef der Dresdner Bank, Herbert Walter, am Sonntag in Washington am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

dpa-afx WASHINGTON. Die deutschen Finanzinstitute werden nach Ansicht der Dresdner Bank nach den Krisenjahren durchstarten und längerfristig auch deutlich zu den führenden US-Banken wieder aufschließen. "Es besteht die Chance, dass die deutschen Banken den Rückstand aufholen", sagte der Vorstandschef der Dresdner Bank, Herbert Walter, am Sonntag in Washington am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

Das Gewinn-Potenzial der US-Banken werde sich angesichts der enorm hohen Verschuldung der amerikanischen Privathaushalte verlangsamen, meinte Walter. Die US-Institute stoßen seiner Auffassung nach bei ihrer Ertragskraft an eine Grenze. Diese gebe es in Deutschland nicht. "In zehn bis 15 Jahren werden wir zurückkommen und gegenüber Wettbewerbern an Bedeutung gewinnen." Bestrebungen nach einem "nationalen Champion" erteilte der Dresdner Bank-Chef eine Absage.

Die US-Banken erwirtschafteten bis zu 75 Prozent ihrer Erträge auf dem Heimatmarkt. Dank des hohen Privatkonsums hätten sie große Margen erzielt. Allerdings sei die Verschuldung privater Haushalte innerhalb von 20 Jahren von 65 Prozent des verfügbaren Einkommens auf 120 Prozent gestiegen. Die Sparquote in den USA sei von zwölf auf gut 1 Prozent gesunken. "Hier wird man an Grenzen stoßen", sagte Walter.

'Gigantische Kundenorientierung'

Ein Vorteil der deutschen Institute gegenüber ausländischen Wettbewerbern sei zudem "die gigantische Kundenorientierung", meinte Walter. Dies habe bisher zwar Gewinn-Potenzial gekostet. Es sei aber absehbar, dass Verbraucher in anderen Ländern mehr Kundenorientierung einforderten. Mit Blick auf die Konsolidierung des Bankensektors sagte Walter, er glaube nicht an "nationale Champions". Unter anderem müsste hier der Staat bei "Unfällen" einspringen. Die Geschäftsmodelle seien auf Europa als Heimatmarkt ausgerichtet.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung erklärte das zur Allianz-Gruppe gehörende Bankhaus, für Deutschland sei "Licht am Ende des Tunnels" sichtbar. Die Reformpolitik beginne zu greifen. "Deutschland ist ein Kauf." Aus der demographischen Entwicklung in Deutschland ergeben sich für Banken eine "Menge Wachstumschancen". Die "Baby-Boomer"- Generation der 50er und 60er Jahre werde ihr Interesse durchsetzen.

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