Dresdner Bank
Kommentar: Allianz muss weiter Druck machen

MÜNCHEN. So etwas gibt es bei der vornehmen und stets zurückhaltenden Allianz selten: Leonhard Fischer, in der Doppelrolle von Konzernvorstand und Chef des Dresdner-Investmentbankings, macht einen spektakulären Abgang und begründet ihn mit unterschiedlicher Auffassung über die weitere Strategie. Das schreckt die Versicherung auf: Brisante Personalien werden in München eigentlich diskreter geregelt.

Der 39-jährige Senkrechtstarter wurde lange als Star-Banker gefeiert - seit gestern hat seine Karriere einen deutlichen Dämpfer bekommen. Die schlagzeilenträchtige Demission wirft aber auch ein grelles Licht auf die angeschlagene Dresdner Bank. Offenbar läuft die Sanierung der Allianz-Tochter alles andere als reibungslos. Die Widerstände hinter den Kulissen sind groß. Der Banker verlässt das Schiff auf hoher See. Fischer wollte die Investmentsparte wieder in die schwarzen Zahlen bringen.

Fischer trägt einen guten Teil der Verantwortung für den Milliarden-Verlust der Bank im ersten Halbjahr. Zudem hat er den teuren Kauf der US-Bank Wasserstein Perella eingefädelt und nach dem Scheitern der Fusion mit der Deutschen Bank hohe Halteprämien an die Investmentbanker gezahlt. Fischer galt als einer der wenigen Modernisierer bei der Dresdner, der auch über Rückhalt aus München verfügte.

Unwahrscheinlich dürfte deshalb sein, dass Fischer lediglich den Sanierungsgegnern innerhalb der Dresdner Bank zum Opfer gefallen ist. Das hätte Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle, der Druck bei der angeschlagenen Banktochter macht, nicht zugelassen. Dementiert wird auch ein Machtkampf zwischen Fischer und Allianz-Vorstand Paul Achleitner.

Mit dem Abgang Fischers darf die Neuausrichtung der Dresdner Bank nicht ins Stocken geraten. Die Allianz ist gut beraten, den Druck auf die Frankfurter Tochter weiterhin hoch zu halten.

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