Dresdner Bank lehnt Konzept ab
Holzmann-Banken drohen mit Insolvenzverfahren

Das Schicksal des angeschlagenen Frankfurter Baukonzerns Holzmann und seiner 23 000 Beschäftigten hängt weiter am seidenen Faden. Die 17 Gläubigerbanken konnten sich bis Donnerstagabend nicht auf einen gemeinsamen Rettungsplan einigen. Eine kleine Gruppe der insgesamt 17 Gläubigerbanken hat sich nach Informationen aus vertrauten Kreisen für ein Insolvenzverfahren ausgesprochen, falls kein neues Rettungskonzept auf den Tisch gelegt wird.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die von der Deutschen Bank befürworteten Vorschläge zur Abwehr der Holzmann-Überschuldung fanden keine Zustimmung. "Die Gespräche sind beendet, und es finden auch keine weiteren über dieses Konzept statt", hieß es aus dem Lager der Kreditinstitute.

Die Philipp Holzmann AG sieht in dem Abbruch der Verhandlungen allerdings noch kein "Scheitern" der Sanierungsbemühungen. "Es findet zwar keine Sitzung mehr statt, aber die Leute telefonieren und faxen auch heute Abend weiter", betonte Holzmann-Sprecher Ralf Neubauer.

"Solange kein neues Konzept vorgelegt wird, sehen wir keinen Anlass, an den Verhandlungstisch zurückzukehren", lautete dagegen die Position eines Gläubigerhauses. Für diesen Fall wäre ein Insolvenzverfahren vorzuziehen.

Am Mittwoch waren die Sanierungsversuche noch als aussichtsreich bezeichnet worden. Am Donnerstag musste die Philipp aber einräumen, dass von drei Instituten die Zustimmung für ein erstes Maßnahmenpaket ausstehe. Am Bankenplatz Frankfurt wurde allerdings von vier Geldhäusern gesprochen, die das von der Deutschen Bank vertretene Konzept ablehnen. Dazu sollen neben der Dresdner Bank die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank und die Bankgesellschaft Berlin gehören. Auf diese Institute entfällt ein Kreditvolumen von schätzungsweise einer halben Milliarde Euro. Insgesamt ist Holzmann mit 1,5 Mrd. ? verschuldet.

Die Banken, die das Paket ablehnen, kritisierten es als nicht tragfähig. "Man kann nicht permanent nur Notlösungen vorlegen, die weder Holzmann noch die Mitarbeiter ein Stück weiterbringen." Ein Streitpunkt ist auch die vorgesehene Lastenverteilung zwischen den Gläubiger-Instituten.

Damit ist der Holzmann-Vorstand unter extremen Zeitdruck gekommen. Angesichts des voraussichtlichen Verlustes von 237 Mill. ? für 2001 und einer Eigenkapitaldecke von nur noch 126 Mill. ? ist der Konzern eigentlich überschuldet. Ohne eine rasche Kapitalspritze müsste das Management den Gang zum Insolvenzrichter antreten.

Die erste Stufe des gescheiterten Sanierungskonzepts stellte die Abwehr der drohenden Überschuldung in den Vordergrund. Holzmann sollte eine Soforthilfe von 86 Mill. ? bekommen und im Gegenzug die rentable Dienstleistungstochter HSG einbringen. Anschließend war ein Forderungsverzicht der Banken von 114 Mill. ? für Anfang April vorgesehen. Die Mittel von zusammen 200 Mill. ? hätten ausgereicht, um den drohenden Verlust des Jahres 2001 weitgehend auszugleichen.

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