Dresdner Bank scheitert schon wieder mit einer Fusion
Chronologie der gescheiterten Fusion

dpa/HB FRANKFURT/M. Die Dresdner Bank scheitert erneut mit einer geplanten Fusion. Im April wurde der Zusammenschluss mit der Deutschen Bank abgesagt, jetzt platzte die Eheschließung mit der Commerzbank. Die wichtigsten Etappen:

Anfang Februar: Die Chefs von Deutscher und Dresdner Bank führen erste Geheimgespräche über einen Zusammenschluss. Mit von der Partie ist die Allianz. Bereits im Herbst 1999 waren Verhandlungen über die Zusammenlegung des Filialgeschäftes ergebnislos abgebrochen worden.

7. März: In einer Mitteilung an die Börse bestätigen beide Institute Gespräche mit dem Ziel einer "engen Zusammenarbeit". Diese seien "weit fortgeschritten".

14. März: Die Aufsichtsräte beider Institute stimmen dem geplanten Zusammenschluss zu.

16. März: Breuer deutet in London erstmals an, dass Dresdner Kleinwort Benson möglicherweise verkauft werden könnte.

17. März: Deutsche-Bank-Vorstand Michael Dobson tritt zurück. Dobson wollte sich das Vermögensmanagement nicht mit seinem Dresdner-Kollegen Leonhard Fischer teilen. 4. April: Der Streit in der Führungsetage um Dresdner Kleinwort Benson spitzt sich zu. Einige Manager des Londoner Investment-Hauses haben gekündigt.

5. April: Die Fusionsverhandlungen werden abgebrochen. Die Dresdner Bank beschließt den Rückzug. Die Aktienkurse beider Geldhäuser legen gegen den Börsentrend kräftig zu. Die Allianz ist der große Verlierer: Ihre Aktien verlieren binnen Minuten 14 % an Wert.

6. April: Die beiden Banken machen sich gegenseitig für das Scheitern verantwortlich. Dresdner Bank-Chef Bernhard Walter tritt zurück. Nachfolger wird Bernd Fahrholz. Breuer lehnt einen Rücktritt ab.

Ende April: Die Beteiligungsgesellschaft Cobra teilt mit, sie verfüge über 9,9 % der Commerzbank-Aktien. In den nächsten Wochen erhöht die Gruppe ihre Beteiligung auf 17 %. Fusionsspekulationen um die Commerzbank erhalten dadurch Auftrieb. Auch eine Zerschlagung gilt als nicht ausgeschlossen.

19. Juni: Commerzbank und Dresdner bestätigen Gespräche über eine Zusammenarbeit.

9. Juli: Nach einem Spitzentreffen zwischen den Bankchefs informiert Commerzbank-Chef Kohlhaussen den Aufsichtsrat. Noch ist keine Entscheidung gefallen.

26. Juli: Die Fusionsverhandlungen zwischen den beiden Banken sind geplatzt.

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