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Dresdner Bank will in Europa selektiv zukaufen

Reuters FRANKFURT. Die Dresdner Bank will nach den Worten ihres Vorstandssprechers Bernd Fahrholz in Europa selektiv zukaufen. Dabei gehe es um Ziele im Bereich der Beratung vermögender Privatkunden, sagte Fahrholz am Mittwochabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Auf das breite Kundengeschäft (Retailbanking) werde sich die Bank im Inland konzentrieren, nicht jedoch in Europa. Das inländische Filialgeschäft werde vor außerordentlichen Aufwendungen in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben und solle keinesfalls ausgegliedert werden. Im Inland gebe es für sein Haus in überschaubarem Zeitrahmen keine Fusionspartner. Das Verhältnis zum Großaktionär Allianz beschrieb er als vertrauensvoll.

Die Dresdner Bank habe bei ihrer strategischen Ausrichtung auf die Euro-Zone noch Nachholbedarf. "Wir sind in Europa noch nicht hinreichend aufgebaut", sagte Fahrholz. Die Dresdner wolle kein Global Player sein, aber auch keine Regionalbank in der Euro-Zone. Während das Investmentbanking aus eigener Kraft wachsen solle, werde man im Bereich der vermögenden Privatkunden mit Beratungsbedarf selektiv akquirieren.

In Deutschland werde das Filialgeschäft jedoch weiter ein zentrales Standbein sein und soll in Zukunft profitabler werden. "Das Retailgeschäft ist nicht mehr verlustbringend. Wir werden in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben." Allerdings deutete Fahrholz an, dass es zukünftig neue Preisgestaltungen im Filialgeschäft geben könnte, da dieser Bereich nicht auf Dauer quersubventioniert werden könne. Auf die direkte Frage, ob eine Beratungsgebühr für Kleinkunden geplant sei, sagte Fahrholz jedoch: "Derzeit nein." Im Mai hatte die Bank außer einem Investitionsprogramm im Volumen von 3,5 Mrd. Euro auch einen massiven Stellenabbau und Schließungen von Filialen angekündigt. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen 5000 der konzernweit rund 50 000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zugleich will die Bank ihr Filialnetz um 300 auf rund 850 reduzieren.

Das Verhältnis zum Großaktionär Allianz sei von Vertrauen geprägt. "Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle und ich sprechen regelmäßig miteinander, und ich habe den Eindruck, diese Gespräche sind von Vertrauen geprägt", sagte Fahrholz. Beide Unternehmen haben einen Kooperationsvertrag über den gegenseitigen Vertrieb von Versicherungs- und Investmentprodukten. Die Allianz hält 21,6 % an der Dresdner, die wiederum mit zehn Prozent an dem Versicherungskonzern beteiligt ist. Seit Monaten spricht die Allianz allerdings auch mit der Deutschen Bank über eine Kooperation im Filialgeschäft. Sollte die Allianz sich an der Filialtochter Deutsche Bank 24 beteiligen und damit eine weitere Vertriebsschiene erhalten, werde dies natürlich die Kooperation von Dresdner und Allianz beeinflussen, sagte Fahrholz.

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