Dresdner gibt Rückgang beim Vorsteuergewinn bekannt
Allianz weist Gewinnrückgang im Halbjahr aus

Die Allianz AG hat im ersten Halbjahr 2001 wegen ihrer Zurückhaltung beim Verkauf von Wertpapieren einen Gewinnrückgang verzeichnet, ihre Beitragseinnahmen aber um gut 7 % gesteigert.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz AG hat im ersten Halbjahr 2001 wegen ihrer Zurückhaltung beim Verkauf von Wertpapieren einen Gewinnrückgang verzeichnet, ihre Beitragseinnahmen aber um gut 7 % gesteigert. Der Überschuss habe sich in den ersten sechs Monaten auf 1,4 (Vorjahreszeitraum 1,5) Mrd. Euro verringert, teilte der seit der Übernahme der Dresdner Bank größte europäische Allfinanz-Konzern am Dienstag mit. Die Dresdner gab einen Rückgang beim Vorsteuergewinn um 12,7 % im ersten Halbjahr bekannt, der aber im Ergebnis der Allianz noch nicht enthalten ist. An ihren Ergebnisprognosen für 2001 hielt die Allianz fest.

Die Bruttobeitragseinnahmen nach IAS-Rechnung stiegen um 7,9 % auf 31,4 Mrd. Euro, was knapp über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten lag. Beim Nettogewinn hatten die Experten 1,2 bis 2,1 Mrd. Euro prognostiziert. "Operativ ist das Geschäft besser gelaufen als erwartet", sagte Carsten Zielke von der WestLB Panmure, der die Aktien weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 381 Euro empfiehlt. Am Dienstagnachmittag stiegen die Allianz-Aktien um knapp 0,8 % auf 323,90 Euro. Der Dax stand gleichzeitig mit 1,8 % im Plus.

Allianz AG - Intraday-Chart

"Der wichtigste Faktor ist, dass sie ihr Ziel, im laufenden Jahr ein Gewinnplus von 13 % zu erreichen, beibehalten haben", sagte Andrew Goodwin, Analyst bei der Commerzbank in London. Der Markt schaue natürlich auch auf das Ergebnis der Dresdner Bank, das ab dem dritten Quartal bei der Allianz konsolidiert wird. Der Gewinn des drittgrößten deutschen Kreditinstituts wurde vor allem durch das schwache Handelsergebnis und gestiegene Kosten belastet. "Die Zahlen sind vielleicht nicht so gut, aber ich glaube nicht, dass das für den Allianz-Kurs große Bedeutung hat", sagte Goodwin. Konrad Becker von Merck Finck & Co sah die Gewinnziele des Versicherers durch das Dresdner-Ergebnis nicht gefährdet: "Die Allianz wird den erwarteten Ergebnisbeitrag von der Dresdner sicher einfahren", sagte er.

Die Allianz hielt denn auch an ihren Prognosen für das Gesamtjahr fest und geht weiterhin von einem Gewinnwachstum ohne die Dresdner Bank von 13 % und mit der neuen Tochter von 15,5 % aus. Bei den gesamten Beitragseinnahmen (inklusive anlageorientierter Produkte) rechnet der Versicherer weiter mit einem Anstieg von gut 5 % auf etwas über 72 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr waren diese um 7,1 % auf 37,6 Mrd. Euro gestiegen.

Niedrigeres Ergebnis aus Kapitalanlagen

Im ersten Halbjahr habe sich die Allianz angesichts der schwachen Aktienmärkte bei der Realisierung von Kursgewinnen zurückgehalten, begründete der Münchener Konzern den Gewinnrückgang. Mit einem Minus von 3,6 Mrd. Euro sei das Ergebnis aus Kapitalanlagen im ersten Halbjahr 2001 deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahreszeitraum, sagte ein Allianz-Sprecher. Zudem hatte der Versicherer im ersten Halbjahr 2000 bereits einen Großteil der für das Jahr geplanten Kapitalerträge eingefahren, wodurch der Gewinn um 30 % gestiegen war.

In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beiträge den Angaben zufolge um 9,7 % auf 22,3 Mrd. Euro. Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich damit auf knapp 60 %. Vor allem die Rentabilität des Bereiches verbesserte sich. So fiel die Schaden/Kosten-Quote (combined ratio, das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zu den verdienten Nettobeiträgen) auf 102,2 % von 105 %, was Analysten als besonders positiv werteten.



In der Lebens- und Krankenversicherung erhöhten sich die gesamten Beitragseinnahmen um 3,4 % auf 15,6 Mrd. Euro. Knapp 40 % davon stammten aus anlageorientierten Produkten, deren Absatz nur noch um 3,3 % auf 6,2 Mrd. Euro zugenommen habe, teilte die Allianz weiter mit. Wegen der volatilen Kapitalmärkte habe sich die Nachfrage nach anlageorientierten Produkten vor allem in Frankreich und Italien verringert. Man gehe aber davon aus, dass das schwächere Neugeschäft in der Lebensversicherung bis zum Jahresende wieder aufgeholt werden könne. Das verwaltete Vermögen lag Ende Juni bei 780 (Ende 2000: 713,3) Mrd. Euro, davon Kapitalanlagen für Dritte bei 397,9 Mrd. Euro.

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