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Dresdner und Deutsche Bank uneins über Allfinanzkonzept

Vorstände der Deutsche und Dresdner Bank AG, beide Frankfurt, haben am Mittwoch die unterschiedlichen Allfinanzstrategien ihrer Häuser verteidigt.

vwd FRANKFURT. Rolf-E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, plädierte entschieden für eine Öffnung von Banken für Investment- und Versicherungsprodukte anderer Anbieter. Leonhard Fischer, Vorstand der Dresdner Bank, betonte, unter einem zu großen und unterschiedlichen Produktangebot leide die Qualität der Beratung. Der Vorstand des Kölner Axa Colonia Konzerns, Wolfram Nolte, wiederum schloss ein Zusammengehen seines Konzerns mit einer Bank zur Bildung eines Allfinanzkonzerns aus.

Breuer sagte, der Kunde wolle wie im Kaufhaus unter Angeboten verschiedener Häuser wählen. Danach müsse sich die Bank richten und eine Auswahl statt vorgefertigten, eigenen Produkten etwa zur Altersvorsorge bieten. "Man muss nicht unbedingt produzieren, was man verkauft", betonte er. Fischer sagte dagegen, eigene Produkte ließen sich flexibler und schneller an das jeweilige Marktumfeld anpassen. Produkte und Vertrieb ließen sich nicht voneinander trennen.

Nolte erläuterte, für Axa sei ein Zusammenschluss wie zwischen der Allianz AG, München, und der Dresdner Bank zu teuer und mache "keinen Sinn". AXA habe nach wie vor kein Interesse an Bankgeschäften wie dem Devisenhandel. Außerdem sei es nicht einfach, über Akquisitionen rentabel zu arbeiten. Das laufende Jahr werde unter anderem wegen der fortdauernden Kapitalmarktschäche und der Unsicherheit über die Folgen der US-Terroranschläge ohnehin "ein schwieriges Jahr" für die Banken und Versicherer.

Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen fügte Breuer hinzu, die Deutsche Bank müsse mittlerweile mit zwei toten Mitarbeitern in New York rechnen. Ingesamt habe sein Haus durch die Anschläge in der Stadt 4 500 Arbeitsplätze verloren. Innerhalb von einer Woche seien aber 5 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Mit Blick auf mögliche Konsequenzen sagte er, es sei vielleicht sinnvoll, einige Technikbereiche in andere Städte auszulagern.

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