Drittel der Wähler will nicht zur Wahl gehen
Niedrige Beteiligung bei Präsidentenwahl in Frankreich

Begleitet von mäßigem Wählerinteresse hat am Sonntag in Frankreich die erste Runde der Präsidentenwahl begonnen. Bis zum Mittag gaben nach Angaben des Innenministeriums lediglich 21,41 % der rund 40 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab – rund 1 % weniger als bei der Präsidentenwahl vor sieben Jahren.

Reuters PARIS. Favoriten für die Stichwahl am 5. Mai sind der konservative Amtsinhaber Jacques Chirac und sein sozialistischer Herausforderer, Ministerpräsident Lionel Jospin. Zur Wahl stehen insgesamt 16 Kandidaten, so viele wie nie zuvor. Erstmals in der Geschichte der Fünften Republik, die 1958 gegründet wurde, wird der Präsident für fünf und nicht mehr für sieben Jahre gewählt. Eine Reform im Jahr 2000 hatte dies möglich gemacht.

Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr MESZ geöffnet, in den großen Städten wie Paris, Lyon und Marseille ist jedoch eine Stimmabgabe bis 20.00 Uhr möglich. In die zweite Wahlrunde kommen die beiden Kandidaten, die am Sonntag die meisten Stimmen erhalten. Letzten Umfragen zufolge liegen der 69-jährige Chirac und der 64-jährige Jospin mit 20 bis 22 % beziehungsweise 18 % der Stimmen dicht beieinander und deutlich vor dem drittstärksten Kandidaten, dem rechts-nationalen Jean Marie Le Pen (13 %). Im Vorgriff auf die entscheidende Runde in zwei Wochen haben sich die beiden Favoriten von vornherein um die Wähler aus der politischen Mitte bemüht und allzu große Unterschiede in ihren Versprechen vermieden.

Begleitet von seiner Frau Bernadette und einem Strauß Maiglöckchen in der Hand gab Chirac seine Stimme im zentralfranzösischen Ort Sarran ab, seinem Familiensitz. Jospin wählte in Cintegabelle im Südwesten Frankreichs, wo sich sein Wahlkreis befindet.

Bei den jüngsten Umfragen hatten 30 % der Befragten angegeben, am Sonntag nicht zur Wahl gehen zu wollen. In gut vier Wochen findet in Frankreich die Wahl der neuen Nationalversammlung statt.

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