Dritter beim Monaco-Klassiker
Schumachers Gipfelsturm wurde gestoppt

Michael Schumacher hat im Fürstentum Monaco den erhofften Sprung auf den WM-Thron verpasst und beim berühmtesten Formel-1-Rennen der Welt im Duell mit Kimi Räikkönen um die Spitze sogar noch Punkte verloren.

HB/dpa MONTE CARLO. Der Weltmeister musste sich am Sonntag beim Motorsport-Klassiker in Monte Carlo nach drei Saisonsiegen in Serie mit Rang drei hinter dem finnischen Silberpfeil-Piloten begnügen, während Juan Pablo Montoya den ersten Triumph des Jahres für BMW-Williams feierte. Michael Schumacher, der beim Großen Preis von Monaco mit einem Sieg die Rekordmarke des sechsmaligen Gewinners Ayrton Senna hätte einstellen können, erzielte das für ihn magerste Ergebnis auf dem engen Stadtkurs seit fünf Jahren. In der WM hat er nun vier Punkte Rückstand auf Räikkönen. Bruder Ralf kam trotz Pole- Position als Vierter nicht auf das Podium.

Beim verrücktesten Grand Prix des Jahres auf dem mit einer Rundenlänge von 3,340 km kürzesten Formel-1-Kurs gelang Montoya nach 78 Runden und 260,520 km der zweite Sieg seiner Karriere. Für BMW war es der erste Sieg nach Malaysia im März 2002. Räikkönen kam im McLaren-Mercedes bereits zum vierten Mal in dieser Saison auf Rang zwei. Michael Schumacher hatte im Ziel 1,7 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Die anderen beiden Deutschen blieben ohne Punkte: Heinz - Harald Frentzen schied gleich in der ersten Runde durch einen Unfall aus. Sein Sauber-Kollege Nick Heidfeld belegte Rang elf. In der WM- Wertung führt Räikkönen mit 48 Punkten vor Michael Schumacher (44) und Renault-Pilot Fernando Alonso (29).

Michael Schumacher hatte am Vortag in der Qualifikation wegen eines Reifen-Nachteils nur den fünften Startplatz und somit eine ungünstige Ausgangsposition für das Rennen auf dem engen Stadtkurs, auf dem praktisch keine Überholmöglichkeit besteht. Sein Bruder Ralf hingegen, erstmals seit knapp zwei Jahren auf der Pole-Position, nutzte Startplatz eins, kam gut weg und ging als Führender in die ersten Runden.

Weiter hinten im Feld erlebte Landsmann Frentzen ein jähes Aus. Der Mönchengladbacher prallte in der Schwimmbad-Passage heftig in die Leitplanke, blieb aber unverletzt. "Das war ein Fahrfehler. Ich bin zu hart über den Randstein gefahren, die Reifen waren zu kalt, ich bin ausgerutscht", meinte Frentzen, "heute wären Punkte drin gewesen." Für den Sauber-Piloten war damit zum dritten Mal in Serie ein Rennen vorzeitig beendet.

Wegen der Bergungs-Arbeiten musste das Sicherheitsfahrzeug bis zur vierten Runde auf die Strecke. Im Vorderfeld hatte Räikkönen gleich am Start seinen zweiten Platz an Montoya verloren, Michael Schumacher blieb vorerst auf Rang fünf hinter Jarno Trulli. Bis zu Ralf Schumachers Boxenstopp in der 21. Runde änderte sich nichts an der von ihm und seinem BMW-Williams-Kollegen Montoya angeführten Reihenfolge der Besten. Ralf reihte sich danach als Achter wieder ein - und verlor schließlich gegen Montoya und Räikkönen, die sich nach ihren Tankstopps vor dem Kerpener platzierten.

Auch Michael Schumacher konnte nach seinem ersten Stopp (31.) bei der Rückkehr auf den Kurs vor seinen Bruder fahren. Schließlich führte Montoya vor Räikkönen sowie Michael und Ralf Schumacher. In der 49. bzw. 50 Runden tankten Ralf und Montoya erneut. Und wieder war der Deutsche der Verlierer: Montoya war nach dem Stopp Dritter, Ralf Schumacher Achter. Kurz danach kam der jüngere Schumacher auch noch an der Rascasse-Kurve zum Stehen, setzte das Rennen aber fort. Als Räikkönen in der 53 Runde zum zweiten Mal an die Box ging, war Michael Schumacher an der Spitze. Doch auch er musste in der 59. Runde noch einmal tanken - und kam über Rang drei nicht hinaus.

Vor dem Rennen hatte der BAR-Rennstall seinen Piloten Jenson Button zurückgezogen, der am Vortag einen schweren Trainingsunfall praktisch unverletzt überstanden hatte. Das Team habe die Entscheidung getroffen, obwohl sich der Engländer selbst fit genug gefühlt habe, hieß es in einer Mitteilung. Man habe den Rat der Ärzte befolgt. Am Morgen war Button aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Obwohl Jenson und das Team extrem enttäuscht sind, dass er nicht fährt, glauben wir, im Sinne seiner Gesundheit die richtige Entscheidung getroffen zu haben", erklärte Teamchef David Richards.

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