Dritter Erfolg im siebten Länderspiel
Saudi-Arabien fühlt sich für WM gerüstet

Deutschlands WM-Auftaktgegner Saudi-Arabien reist nach dem Sieg über Senegal mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Japan und Südkorea.

dpa RIAD. "Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Ich glaube, wir werden eine gute WM spielen", sagte Nationaltrainer Nassar Al-Johar nach dem 3:2 (1:1)- Sieg über Senegal am Dienstagabend in Riad mit verhaltenem Optimismus. Bereits am Mittwoch brachen beide Teams gemeinsam in einem vom saudischen Prinzen, Sultan Bin Fahd, gesponserten Jet nach Tokio auf, wo sie ihre Trainingslager beziehen.

Al-Johar nahm entgegen der ursprünglichen Planungen 29 Spieler mit nach Japan und will seinen Kader erst nach einem abschließenden Testspiel am 21. Mai vor Ort gegen Costa Rica oder Jamaika auf 23 Akteure reduzieren. Während Verbandsoffizielle diese Maßnahme als "Unschlüssigkeit" des Trainers auslegen, nahm die heimische Presse den dritten Erfolg im siebten Länderspiel des Jahres (Siege über Uruguay und Südafrika) mit Erleichterung zur Kenntnis. "Die arabischen Falken haben geglänzt", schwärmte die Sportzeitung "Alam Alriadah" am Mittwoch. Und die Zeitung "Al Sharq Al Awsat" sprach sogar überschwänglich von "einem bedeutungsvollen Sieg unserer Nationalmannschaft".

Insgesamt sei die Partie ein "Schritt nach vorn" gewesen, weil die technisch versierte Elf eine geschlossene Mannschaftsleistung bot und eingespielter wirkte als in den Tests zuvor. Allerdings experimentierten beide Trainer noch sehr viel. Insgesamt wurden 17 Spieler ausgetauscht, was den Spielfluss der auf einem eher mäßigem Niveau stehenden Begegnung störte.

Vor nur etwa 2 000 Zuschauern im Stadion "King Fahd" wählte Al- Johar 18 Tage vor dem WM-Auftakt gegen das DFB-Team am 1. Juni in Sapporo (13.30 Uhr) überraschend eine 3-5-2-Taktik, obwohl er eigentlich ein klassisches 4-4-2-System bevorzugt. Die Tore für die aus einem breiten, eher defensiv ausgerichteten Mittelfeld agierenden "Wüstensöhne" gegen den Afrika-Cup-Finalisten erzielten Stürmerstar Sami Al-Jaber (9./Foulelfmeter), Ibrahim Al Suwaid (45.) und Al- Hassan Al-Yami (61.).

Den zweimaligen Ausgleich für die Senegalesen, die am 31. Mai in Seoul (13.30 Uhr) das WM-Eröffnungsspiel gegen Titelverteidiger Frankreich bestreiten, schafften Souleymane Camara (45.) und El Hadj Diouf (50./Handelfmeter). Von der 64. Minute an mussten die Afrikaner mit 10 Spielern auskommen, weil Salif Ndiao die Rote Karte sah.

Trotz des jüngsten Erfolgs der zum dritten Mal in Folge für die WM qualifizierten Saudis sieht Torhüter Mohammed Al-Deayea vom Meister Al-Hilal seine Elf bei den WM-Spielen gegen Deutschland, Irland und Kamerun in der Gruppe E in der Außenseiterrolle. "Man kann asiatische Mannschaften noch nicht mit den internationalen Spitzenteams vergleichen, die sich schon ein halbes Jahrhundert auf höchstem Niveau bewährt haben", sagte Al-Deayea. Er erinnerte an das klare 7:0 der DFB-Elf gegen Saudi-Arabiens Nachbarn Kuwait vor einer Woche und warnte vor zu großen Erwartungen bei der WM: "Wir dürfen nicht mit zu großer Euphorie gegen die etablierten Mannschaften antreten, sondern müssen auf dem Boden der Tatsachen bleiben."

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