Dritter Platz hinter Sieger Freire und McEwen
Zabel auch am "deutschen Tag" geschlagen

Weltmeister Oscar Freire hat "Sprint-König" Erik Zabel am "deutschen Tag" der 89. Tour de France in Saarbrücken die Schau gestohlen. Der Spanier zeigte am Ende der zweiten Etappe die besseren Sprint-Qualitäten und siegte nach 4:19:51 Stunden vor dem Australier Robbie McEwen und Zabel, der sich schon am Sonntag bei seinem 32. Geburtstag mit Rang zwei hatte begnügen müssen.

sid SAARBRÜCKEN. Das am Vortag mit seinem Überraschungs-Coup gewonnene Gelbe Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung verteidigte der Schweizer Rubens Bertogliati vor über einer Million Zuschauern an der Strecke mit zwei Sekunden Vorsprung vor Zabel erfolgreich. Mit drei Sekunden Rückstand folgen Frankreichs Publikumsliebling Laurent Jalabert und Prologsieger Lance Armstrong.

Als Trostpreis konnte Zabel zumindest das Grüne Trikot des Punktbesten erfolgreich mit 62 Punkten vor Freire (57) verteidigen. Dennoch war der Telekom-Kapitän enttäuscht, da er "eigentlich wie 1995 schon an meinem Geburtstag eine Etappe gewinnen wollte."

Nüchtern sah Telekom-Direktor Rudy Pevenage den Ausgang des Rennens: `Es war eben ein klassischer Sprint. Wir haben ihn gut vorbereitet, aber es hat nicht geklappt. Ich habe gestern schon vor den letzten Metern gewarnt. Mich erstaunt nur, dass der Schweizer sein Gelbes Trikot verteidigt hat", sagte der Belgier.

Seinen ersten Triumph bei der Tour konnte Freire gar nicht richtig fassen: `Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Vor allem deshalb nicht, weil ich mich nicht in allerbester Form fühle. Aber im Schlussprint ist eben alles möglich", sagte der zweimalige Straßen-Champ, der nun mit elf Sekunden Rückstand hinter Bertiogliati den neunten Rang im Gesamtklassement belegt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen war im Feld vom Start weg attackiert worden. Schon nach elf Kilometern hatte sich ein Fluchtrio gebildet, das bei Kilometer 101 seinen maximalen Vorsprung von 5:20 Minuten herausgefahren hatte.

Die erste Sprintwertung gewann Sylvain Chavannel (Frankreich) vor Thor Hushovd (Norwegen) und Stephane Berges (Frankreich), der schon am Sonntag 90 km an der Spitze gefahren war. Berges gewann anschließend beide Bergpreise (4. Kategorie) des Tages und löste damit seinen Landsmann Christophe Mengin im Trikot des "Berg-Königs" ab.

Bei Kilometer 74 hatte das Trio 4:19 Minuten Vorsprung, womit Chavannel im virtuellen Gelben Trikot fuhr. Als erster der Ausreißer musste Hushovd den Strapazen bei Temperaturen über 30 Grad Celsius Tribut zollen. Von Krämpfen geschüttelt, fiel der Skandinavier zurück und wurde 50 km vor dem Ziel im Hauptfeld "durchgereicht".

Für Berges und Chavannel war das Intermezzo an der Spitze nach 147 km langer Alleinfahrt beendet. Als erster Verfolger schloß Jens Voigt auf, der die letzte Sprintprüfung in Uchtelfangen vor den beiden Franzosen gewann. Der Berliner wagte dann allein die Flucht nach vorn, konnte dem Druck des Hauptfeldes aber nicht standhalten.

Im Feld ackerte das Lampre-Team für das Gelbe Trikot von Rubens Bertogliati. Schon 25 km vor dem Ziel formierte sich an der Spitze des Pelotons auch der Telekom-Express, der unbedingt die Fehler des Vortages vermeiden wollte. Glimpflich verlief zu diesem Zeitpunkt ein Massensturz.

Nach vier Tagen rollt die Tour-Karawane am Dienstag erstmals über französischen Boden. Auf dem Weg von Metz nach Reims stehen zwei Bergwertungen der vierten Kategorie. Ansonsten ist das meist flache Teilstück durch Lothringen über 174,5 km bis zur Hauptstadt der Champagne auf die Sprinter zugeschnitten.

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