Dritter Tag
Bieter am Mittwoch weiter abwartend

Nach den Worten des Präsidenten der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, hat sich das Bieterverhalten seit Beginn der Auktion am Montag nicht verändert.

Reuters MAINZ. Die Versteigerung der deutschen Mobilfunklizenzen ist am Mittwochmorgen in Mainz fortgesetzt worden. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post rechnet als Auktionator der neuen Mobilfunklizenzen zunächst weiter mit einem vorsichtigen Agieren der sieben Bieterunternehmen. Bis Dienstagabend wurden für die zwölf Frequenzblöcke, die vier bis sechs neuen Mobilfunklizenzen entsprechen, in 20 Versteigerungsrunden insgesamt 3,311 Mrd. DM geboten. Alle sieben zugelassenen Bieter sind noch in der Auktion vertreten. Auch die Mobilcom AG bietet weiter mit, nachdem die Regulierungsbehörde entschieden hatte, Mobilcom habe trotz seiner angeblichen Kooperationsbereitschaft mit Debitel nicht gegen die Regularien verstoßen.

Nach den Worten des Präsidenten der Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, hat sich das Bieterverhalten seit Beginn der Auktion am Montag nicht verändert. Abgegebene Höchstgebote für einzelne Frequenzblöcke wurden in den Folgerunden gehalten, bis ein Konkurrent das Gebot überbot. Dann wurden Gebote vorgelegt, die das bisherige Höchstgebot nur um den Mindestsatz von zehn Prozent überschritten. Es wird mit einer mehrwöchigen Auktionsdauer gerechnet.

Mobilcom/France liegen mit ihren Geboten weiter deutlich vor den übrigen Bietern. Zwischenzeitlich lagen die Gebote des Konsortiums am Dienstag bei über 1,201 Mrd. DM für drei Blöcke. Nach Einschätzung von Beobachtern werden zunächst alle übrigen Bieter bis auf die von dem deutsch-französischen Konsortium gebotenen 501 Mill. DM für zwei Frequenzblöcke nachziehen, bevor möglicherweise ein Bieterkonkurrent die Gebote übertrifft und eine neue Messlatte vorlegt.

Die nächsthöchsten Gebote liegen von Viag Interkom vor, die für drei Blöcke zusammen 750 Mill. DM geboten haben. Damit durchbrach Viag Interkom am Dienstag das zumeist vorherrschende Bietmuster und überbot eigene Höchstgebote. Die Marktführer D2-Mannesmann und T-Mobil hatten zwischenzeitlich Gebote über jeweils rund 550 Mill. für je drei Blöcke abgegeben. Aus dem bisherigen Auktionsverlauf sind nach Angaben der Regulierungsbehörde noch keine Rückschlüsse auf das finanzielle Ergebnis der Auktion, die Sieger oder die Bietstrategien der Unternehmen möglich.

Zu den Besonderheiten des deutschen Versteigerungsverfahrens gehört, dass die bietenden Unternehmen selbst mit ihrem Bieterverhalten bestimmen, wie viele Lizenzen vergeben werden. Um eine Lizenz im neuen Mobilfunkstandard UMTS zu erhalten, muss ein Unternehmen mindestens zwei der zwölf zu Versteigerung stehenden Blöcke ersteigern. Maximal dürfen drei Blöcke ersteigert werden. Die Auktion endet, wenn kein neues Höchstgebot für einen der zwölf Blöcke mehr vorliegt.

Die bislang vorliegenden Höchstgebote sind nur Zwischenergebnisse, da T-Mobil, E-Plus Hutchison, Debitel und Viag Interkom nur für einen Block Höchstbieter sind und daher nachlegen werden. Es wird damit gerechnet, dass vor allem die Marktführer Mannesmann und T-Mobil mit ihrem großen Kundenstamm drei Blöcke anstreben, während sich die anderen Unternehmen diese Möglichkeit prinzipiell ebenfalls offen halten werden, um möglicherweise eins von vier siegreichen Unternehmen zu sein.

Vertreten sind sieben Unternehmensgruppen bei der Auktion: Die vier bereits am deutschen Markt aktiven Mobilfunkanbieter D-1 Telekom, D-2 Mannesmann/Vodafone AirTouch, E-Plus mit seinen Partnern type="organisation" value="NL0000009082">KPN (Niederlande), Hutchison Whampoa (Hongkong) und NTT DoCoMO (Japan) sowie Viag Interkom mit seinen Partnern British Telecom und Telenor (Norwegen).

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