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Dritter Telekom-Großaktionär erwägt Verkauf

Die Aktien der Deutschen Telekom stehen bei weiteren Großanlegern auf der Verkaufsliste.

ddp.vwd MÜNCHEN. Als dritter Großaktionär denkt nach einem Vorabbericht des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money" vom Mittwoch inzwischen der US-Konzern Telephone & Data Systems (TDS) über eine Veräußerung oder die geldwerte Umwandlung der T-Papiere nach. Hingegen haben sich laut "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) andere Großaktionäre hinter den deutschen Telekommunikationsriesen gestellt.

Berichte über Verkaufspläne der Hongkonger Hutchison Whampoa und der finnischen Mobilfunkgesellschaft Sonera bei T-Aktien hatten zuvor den Börsenkurs des deutschen Marktführers abstürzen lassen. Sonera hatte am Dienstag bekannt gegeben, sich bis Jahresende von rund 72 Millionen Telekom-Papieren trennen zu wollen. Die T-Aktie fiel daraufhin bis auf ein Tagestief von 16,33 Euro und damit zeitweilig sogar unter den Schlusskurs ihres ersten Handelstages am 18. November 1996. Bis Börsenschluss konnte sie sich dann bei Verlusten von 1,2 Prozent auf 17,10 Euro wieder etwas erholen. Am Mittwochmittag pendelte der Kurs um 17,15 Euro.

Eine TDS-Sprecherin sagte "Focus Money" zufolge, zum derzeitigen Kurs sein ein Verkauf "sehr unwahrscheinlich". Sollte die Aktie aber auf einen "angemessenen Wert" steigen, "könnten wir uns das überlegen". "Wir haben uns mit Investmentbanken getroffen und Finanzierungsinstrumente vorstellen lassen, mit denen sich die Aktien ohne direkten Verkauf in Geld umwandeln ließen", wird die Sprecherin zitiert. TDS hält nach eigenen Angaben 131,5 Millionen T-Aktien und ist damit nach Hutchison Whampoa zweitgrößter privater Einzelaktionär der Telekom.

Hingegen sagte ein TDS-Sprecher der "Financial Times Deutschland", sein Unternehmen betrachte die T-Aktien als langfristige Investition und wolle sich in diesem Jahr nicht von seinen Papieren trennen. Auch der US-Konzern Scana Communications, der 30 Millionen Telekom-Aktien besitzt, schloss der Zeitung zufolge einen Verkauf in diesem Jahr aus. Die Telekom selbst hatte am Dienstag mitgeteilt, die Goldman Sachs Group Inc, New York, werde ihre T-Aktien ebenfalls nicht verkaufen.

Ein Fragezeichen steht hinter dem größten Aktionär Hutchison Whampoa, der noch 170 Millionen Aktien besitzt und sich nicht dazu geäußert hat, ob er die Anteile weiter halten will. Hutchison Whampoa hatte kürzlich 35 Millionen T-Aktien im Zuge eines Termingeschäfts verkauft. Eine umstrittene Verkaufsorder des Unternehmens an die Deutsche Bank, die nach einer eigenen Kaufempfehlung dann 44 Millionen T-Aktien abstoßen wollte, löste einen Kurssturz von über 20 Prozent aus und trübte die Beziehungen zwischen dem größten privaten deutschen Geldinstitut und dem Bonner Konzern empfindlich. Nach Presseberichten hatten deswegen sogar vier große deutsche Fonds eine zeitweiligen Aussetzung von Geschäften mit der Deutschen Bank betrieben.

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