Dritter Verdächtiger vor Gericht
Bali-Hauptverdächtigem droht Todesstrafe

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in Indonesien der Prozess gegen einen dritten Hauptverdächtigen der Anschläge auf der Ferieninsel Bali begonnen.

Reuters BALI. Der 43-jährige moslemische Prediger Mukhlas sei ein führendes Mitglied der Extremistenorganisation Jemaah Islamiah und trage eine Hauptverantwortung für die Anschläge im Oktober, erklärte die Staatsanwaltschaft. Mukhlas habe Bali als Ziel für die Tat gewählt, da sich dort viele westliche Touristen aufhielten, darunter auch Amerikaner. Bei mehreren Bombenexplosionen vor einer Diskothek waren damals mehr als 200 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen australische Touristen. Mukhlas droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe.

Als Mukhlas vor Gericht erschien, rief er laut "Allahu Akbar" (Gott ist groß). Als der Prozess später vertagt wurde, stimmte er den Ruf nochmals an. Der Prediger habe mehreren Verdächtigen Geld gegeben, um Sprengstoff und den Mini-Bus zu kaufen, in dem eine der Bomben versteckt gewesen sei, teilte der Staatsanwalt Putu Indriati weiter mit. "Der Angeklagte war dankbar, als er im Radio von den Bombenexplosionen hörte, weil sein Ziel erreicht war und viele Opfer unter den Verbündeten der USA zu beklagen waren, darunter Australier."

Am Montag wurde auch der Prozess gegen Mukhlas jüngeren Bruder Amrozi fortgesetzt, einem weiteren Hauptverdächtigen der Anschläge. In seinem Verfahren waren australischer Touristen als Zeugen vorgeladen, die bei den Bombenexplosionen verletzt worden waren. Ein 24-jähriger Australier beschrieb, wie er nach einer heftigen Detonation für mehrere Minuten das Bewusstsein verlor. "Als ich aufwachte, bemerkte ich, dass Blut aus meinem Hals, meinem Bein und meinem linken Arm spritzte. Vor und im Sari-Nachtclub sah ich viele Tote", beschrieb er das Schreckensszenario, in dem er drei Freunde verlor.

Amrozi hatte sich zu Beginn seines Verfahrens über die Aussagen indonesischer Zeugen lustig gemacht und erklärt, stolz zu sein, westliche Touristen bei den Anschlägen getötet zu haben. Amrozi wird vorgeworfen, an den Vorbereitungen der Anschläge beteiligt gewesen zu sein.

Die indonesischen Behörden vermuten die Gruppe Jemaah Islamiah als Drahtzieher hinter der Tat. Sie soll Verbindungen zur El-Kaida-Organisation des Extremisten Osama bin Laden haben. Mukhlas hatte bereits erklärt, Osama bin Laden persönlich zu kennen. Im Zusammenhang mit den Anschlägen wurden in Indonesien mehr als 30 Moslem-Extremisten festgenommen.

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