Dritter Wolkenkratzer eingestürzt
Raketen explodieren in der afghanischen Haupstadt Kabul

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) von schweren Explosionen erschüttert worden. Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN aus Kabul berichtete, war auch Flugabwehrfeuer zu hören. Es handelt sich vermutlich um eine Racheaktion der USA nach den Terroranschlägen.

Reuters/dpa-AFX/AFP NEW YORK. Der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani geht davon aus, dass bei dem Terroranschlag auf das World Trade Center mindestens 2 250 Menschen verletzt worden sind. Die meisten davon seien schwer verletzt, zitiert der US-Nachrichtensender NBC den Bürgermeister. Die Zahl der Toten wollte Giuliani nicht schätzen. Nach Angaben der New Yorker Polizei sollen es Tausende sein. Allein in den vier entführten Flugzeugen starben über 266 Menschen.

Nach Informationen des Senders sind mindestens 7.000 medizinische Helfer im Einsatz. In der gesamten Region wurden die Blutbanken alarmiert. Im Augenblick gebe es genug, um den Bedarf zu decken, sagte Rot-Kreuz-Sprecherin Melissa McMillen. Das könne sich jedoch innerhalb von wenigen Minuten ändern. Das Rote Kreuz rief im ganzen Land zu Blutspenden auf.

Bilder von den Terroranschlägen

Für die Aufbahrung der Toten sei eine Sonder-Leichenhalle an der Westside New Yorks eingerichtet worden, teilte er weiter mit. Der Süden Manhattans müsse vorerst gesperrt bleiben, weil die Stabilität zahlreicher Häuser nach dem Einsturz des World Trade Centers nicht mehr gewährleistet sei.Gegen 23.15 Uhr stürzte dann auch der Komplex World Trade Center 7 mit 47 Stockwerken ein. Um die zerstörten Türme war bereits vorher ein Sicherheitsring gezogen, in den aus Sorge vor herabstürzenden Gebäudeteilen nicht einmal Rettungskräfte vorgelassen wurden.

Die USA sind am Dienstag von einer beispiellosen Serie von Terroranschlägen mit vermutlich Hunderten Toten erschüttert worden. In das World Trade Center in New York rasten kurz nach Beginn des Geschäftstages zwei Passagierflugzeuge und explodierten.

Die beiden mehr als 400 Meter hohen Zwillingstürme stürzten ein. Kurze Zeit später prallte ein auf Flugzeug auf das Verteidigungsministerium in Washington. Die Flugzeuge waren zuvor gekapert worden. Ein erschütterter Präsident George W. Bush sprach von einer nationalen Tragödie und kündigte an, die USA würden die Verantwortlichen jagen. Alle Regierungsgebäude und das UNO-Hauptquartier wurden evakuiert.

Es war der schwerste Angriff auf das US-Festland in der Geschichte. Kurz vor 9 00 Uhr Ortszeit war zunächst ein Flugzeug in einen der beiden Türme gerast und hatte ein riesiges Loch gerissen. Etwa 18 Minuten später durchschlug ein zweites Flugzeug den anderen der 110 Stockwerke hohen Zwillingstürme. Minuten später stürzte der Süd-Turm des Gebäudes ein, wenig später auch der zweite Turm. In den Gebäuden arbeiten rund 50 000 Menschen, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch Mitarbeiter deutscher Firmen. Viele Leute rannten in Panik durch die Straßen. Sirenen der Krankenwagen heulten. Die Kliniken wurden vom Ansturm der Verletzen überrollt. Ein Arzt im Vincent's-Krankenhaus sagte: "Hunderte Menschen haben Verbrennungen am ganzen Körper."

Nach dem Anschlag in New York stürzte auch ein Flugzeug auf das Verteidigungsministerium in Washington. Es habe keine Warnung gegeben, sagte ein Regierungsvertreter. Grauer Rauch stieg über dem fünfeckigen Gebäude auf. Die mehr als 20.000 militärischen und zivilen Mitarbeiter flohen auf die umliegenden Parkplätze.

Die Fluggesellschaft American Airlines teilte mit, zwei ihrer Maschinen mit insgesamt 156 Insassen seien abgestürzt. Die Gesellschaft United Airlines bestätigte ebenfalls den Absturz zweier Flugzeuge, eines davon bei Pittsburgh. In diesen beiden Maschinen seien zusammen 110 Insassen gewesen.

Die meisten Fluggesellschaften beorderten ihre Flugzeuge zurück, die auf dem Weg in die USA waren. Die Lufthansa strich zudem alle Flüge in den Nahen Osten.

Wer hinter den Anschlägen steckt, blieb zunächst offen. Ein Sprecher der radikalen Palästinensergruppe DFLP verneinte eine Beteiligung. Zuvor hatte ein TV-Sender in Abu Dhabi gemeldet, die DFLP habe sich zu dem Anschlag bekannt. Auch die Hamas bestritt, hinter den Anschlägen zu stecken.

Die radikal-islamische Taliban in Afghanistan wiesen Überlegungen zurück, der von ihr beschützte saudiarabische Extremist Osama Bin Laden könnte hinter den Anschlägen stecken. "Was in den USA geschehen ist, ist nicht das Werk einfacher Bürger. Es könnte das Werk von Regierungen sein. Osama Bin Laden kann dieses Werk nicht verrichten, und wir auch nicht", sagte ein Sprecher der in Afghanistan regierenden Bewegung in Kabul. "Osama hat nicht die Fähigkeit", sagte der Sprecher. Die Taliban verurteilten vielmehr die Anschläge, die "entweder die Tat innerer Feinde der Vereinigten Staaten gewesen sein können oder ihrer großen Rivalen", sagte der Sprecher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%