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Drittes mutmaßliches BSE-Todesopfer in Frankreich

In Frankreich ist ein junger Mann gestorben, der sich vermutlich mit der Rinderseuche BSE infiziert hatte. Ihr Sohn Arnaud sei am Dienstagabend gestorben, sagte seine Mutter Dominique Eboli am Donnerstag in Paris. "Wir haben seine Hand gehalten bis zum Ende."

Reuters PARIS. Der 19 Jahre alte Arnaud Eboli war in Frankreich das dritte mutmaßliche Opfer einer neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die nach vorherrschender Meinung der Wissenschaft vom Eiweiß-Erreger des BSE ausgelöst wird. Der Erreger lässt das Gehirn schwammartig verkümmern, was unausweichlich zum Tode führt.

Schwerpunkt der Seuche ist Großbritannien, wo ihr etwa 90 Menschen zum Opfer fielen. In Irland starb ein Mensch an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Arnaud Eboli soll im Pariser Krankenhaus Pitie-Salpetriere obduziert werden, damit die Todesursache sicher festgestellt werden kann. Das ist nur an Hand von Hirngewebe möglich, weswegen wie bei BSE zu Lebzeiten nur von Verdachtsfällen gesprochen werden kann.

Die Ebolis und andere betroffene Familien haben im vergangenen November Anzeige gegen unbekannt wegen Körperverletzung und Totschlags gestellt. Das könnte dazu führen, dass Politiker aus Frankreich, Großbritannien und der Europäischen Union vor Gericht zitiert werden und aussagen müssen, was sie gegen beide Seuchen unternommen haben. Ihren Ausgang nahmen sie in Großbritannien, wo Wissenschaftler insgesamt mehrere zehntausend Menschen gefährdet sehen, die infiziertes Rindfleisch gegessen haben.

Die Ebolis haben Arnaud daheim versorgt und bei den zuständigen Behörden darauf gedrängt, dass die betroffenen Familien Rat für den Umgang mit Creutzfeldt-Jakob-Kranken erhalten. Die Mutter: "Wir haben darauf bestanden, ihn zu Hause zu behalten. Diese Krankheit ist so entsetzlich. Wir wussten dass er sterben wird. Aber jetzt es ist trotzdem sehr schwer zu ertragen. Es ist alles so leer."

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