Drittgrößte US-Spedition pleite
Kündigung per Telefon – 12 000 ohne Job

Über 12 000 Beschäftigte verlieren mit dem Konkurs von heute auf morgen ihren Job, die restlichen gut 3 000 haben zunächst noch die Aufgabe, die Liquidation zu organisieren.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Konzernchef John Brincko wählte einen unkonventionellen Weg, um seine Mitarbeiter über die Hintergründe der Pleite zu informieren. Wer Genaueres erfahren wollte, musste eine - immerhin gebührenfreie - Telefonnummer anrufen und konnte dort seinem Ex-Chef lauschen: "Ich habe eine extrem dringende und traurige Nachricht für Sie - Ihr Arbeitsverhältnis ist beendet", leitete dieser die Ansage ein. Niemand brauche am Dienstag zur Arbeit zu kommen.

Branchenkenner hatten die Entwicklung des 73 Jahre alten Unternehmens mit wachsender Sorge betrachtet: Das Geschäftsjahr 2001 endete für CF mit einem Verlust von 104,3 Mill. $. Im ersten Quartal 2002 lag das Minus bei 36,5 Mill. $ - bei einem Umsatz von 463 Mill. $. Insider bewerteten die überaltete Flotte und ein nicht mehr zeitgemäßes Computersystem als deutliches Anzeichen für ernsthafte Probleme.

Als das Unternehmen schließlich kürzlich ankündigte, die Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal werde verschoben, schwand auch bei den Mitarbeitern die Hoffnung. Der Kurs der Aktie fiel ins Bodenlose. Dem Papier drohte als Penny-Stock der Ausschluss von der Börse. Die Kündigung von Bürgschaften für Versicherungen des Unternehmens brachte schließlich das Fass zum Überlaufen. Die dadurch entstandene zusätzliche Finanzierungslücke von 30 bis 35 Mill. $ sei nicht mehr zu stopfen, sagte ein Konzernsprecher.

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