Drittschlechteste Wurfausbeute aller Olympia-Mannschaften
Handballnationalmannschaft im Umbruch

Es sollte der größte Erfolg im deutschen Handballsport seit vielen Jahren werden - gereicht hat es zu olympischem Silber. Doch trotz des Karriereendes der vier wichtigsten Leistungsträger ist Trainer Heiner Brandt optimistisch für die Zukunft.

HB ATHEN. Stefan Kretzschmar stand regungslos auf dem olympischen Parkett, auch bei der Siegerzeremonie verzog er mit dem Lorbeerkranz auf dem Kopf und der Silbermedaille um den Hals keine Miene. Der 31-Jährige war nach der 24:26-Finalniederlage gegen Kroatien untröstlich. "Ich wollte noch einmal die Atmosphäre aufsaugen. Da habe ich dann realisiert, das war es", sagte der mit 44 Toren beste deutsche Werfer im Turnier mit belegter Stimme. "Es war definitiv mein letztes Spiel in der Auswahl", erklärte der Linksaußen aus Magdeburg, der zusammen mit Volker Zerbe (36), Klaus-Dieter Petersen (35) und Christian Schwarzer (34) seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt gab.

Mit der "Pensionierung" der vier Leistungsträger verliert Brand mit einem Schlag auch die Erfahrung aus 1148 Länderspielen. "Jetzt starten wir den Neubeginn und konzentrieren uns auf die WM 2007 im eigenen Land und auf die nächsten Olympischen Spiele", betonte Brand, der noch einen bis 2008 laufenden Vertrag hat. Genau 20 Jahre nach seinem zweiten Platz als Co-Trainer in Los Angeles musste der Coach mit dem markanten Schnauzbart erneut eine olympische Finalniederlage hinnehmen. "Man darf aber nicht so vermessen und unzufrieden mit der Silbermedaille sein. Was die Jungs hier geleistet haben, ist nicht hoch genug einzuschätzen", sagte der Weltmeister von 1978.

Die Lockerheit bei Kretzschmar und Co. kam aber erst zu Mitternacht bei Gyros, Pasta und Ouzo in der Taverne "Il Fungo" im Beisein der Spielerfrauen und Freunde zurück. Die Nacht ließen sie anschließend in einer Disco ausklingen. "Für mich ist es ein sehr sehr positiver Abschied von der Nationalmannschaft. Ich hatte ein tolle Zeit. Von einer Olympia- Medaille habe ich schon als junger Spieler geträumt, und ich bin sehr glücklich, dass ich sie jetzt habe", betonte Zerbe. Schwarzer, der unbedingt mit Gold abtreten wollte, war der Erste auf dem Podest, der das Lächeln wiederfand. Er schickte Küsschen auf die Tribüne zu seiner Frau Tanja. "Mir ist nicht bange um den deutschen Handball. Jetzt kommen die Glückskinder wie Zeitz und Hens. Und auch im Juniorenbereich haben wir den EM-Titel geholt", sagte der Kreisläufer, der wie Henning Fritz ins All-Star-Team berufen wurde.

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