Drogenbesitz
Deutsche muss in Singapur fünf Jahre in Haft

Die in Singapur wegen Drogenhandels angeklagte Deutsche Julia Bohl ist am Freitag zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Reuters SINGAPUR. Bohl hatte sich zuvor in drei Anklagepunkten für schuldig erklärt. Das Gericht verhängte eine Strafe von 42 Monaten Gefängnis, weil die Angeklagte in ihrer Wohnung Drogenhandel zugelassen habe. Jeweils 18 Monate Gefängnis wurden für den Besitz von Cannabis und den Konsum des Narkotikums Ketamin verhängt. Die Gesamtstrafe wurde mit 60 Monaten festgelegt.

Im März diesen Jahres war Bohl wegen Besitzes und Schmuggels von 687 Gramm Cannabis angeklagt worden. Auf den Handel mit mehr als 500 Gramm Cannabis steht in Singapur die Todesstrafe. Nachdem eine Analyse des bei Bohl gefundenen Rauschgiftes einen Gehalt von lediglich 281 Gramm reinen Cannabis ergeben hatte, wurde die Anklage auf einen leichteren Fall von Drogenbesitz vermindert.

Bohls Anwalt Subhas Anandan sagte am Freitag: "Es hätte schlimmer kommen können." Bohl und ihre Eltern hätten jetzt zehn Tage Zeit, um gegebenenfalls Berufung einzulegen. Seit der Einführung der Todesstrafe für Drogendelikte im Jahr 1975 wurden in Singapur hunderte von Menschen gehängt, darunter auch Ausländer. Besonderes Aufsehen erregte die Hinrichtung eines Holländers im Jahr 1994 wegen Heroinschmuggels.

Die Menge des von den Zollbehörden Singapurs im vergangenen Jahr beschlagnahmten Rauschgiftes hat im Vergleich zum Jahr 2000 drastisch zugenommen. 2000 waren es sechs Kilogramm, ein Jahr später beinahe 30 Kilogramm.

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