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Drogenepidemie alarmiert US-Politiker

Die wie ein Buschfeuer um sich greifende Sucht nach der billigen Hausmacher-Droge Methamphetamin hat US-Politiker in den Bundesstaaten und in Washington D.C. alarmiert. Im Kongress zirkulieren bereits 12 Gesetzentwürfe, die sich mit der Eindämmung der Suchtepidemie beschäftigen.

Die wie ein Buschfeuer um sich greifende Sucht nach der billigen Hausmacher-Droge Methamphetamin hat US-Politiker in den Bundesstaaten und in Washington D.C. alarmiert. Im Kongress zirkulieren bereits 12 Gesetzentwürfe, die sich mit der Eindämmung der Suchtepidemie beschäftigen. Demokraten und Republikaner sind sich einig, dass Eile geboten ist.

Neben längerfristigen Gegenmitteln wie Aufklärung, Vorbeugung und Behandlung sowie mehr Geld für die Polizei zielen alle Entwürfe auf eine Sofortaktion: Sie wollen den Nachschub von Ephedrin, einem Wirkstoff in vielen frei verkäuflichen Erkältungsmitteln abschnüren.

Ephedrin und Pseudoephedrin sind Schlüsselbausteine für die Herstellung von Methamphetamin, das sich in jeder Küche zusammenbrauen lässt. Die Entwürfe reichen von der Beschränkung der Menge an ephedrin-haltigen Medikamenten, die Apotheken pro Kunde abgeben können bis zu Oregons Vorhaben, solche Mittel generell rezeptpflichtig zu machen. Das Problem hat auch internationale Dimensionen. Mexiko zum Beispiel importiert Mengen an Ephedrin, die über jeden normalen Bedarf weit hinausgehen. US-Behörden schätzen, dass mexikanische Drogenkartelle mittlerweile etwa zwei Drittel des in den USA illegal verkauften Methamphetamins liefern. Weil große Hersteller von Ephedrin und Pseudoephedrin im Ausland angesiedelt sind, unter anderem in Deutschland und Tschechien, drängen US-Politiker auf eine globale Überwachung des Handels mit diesem Wirkstoff.

Ein Gesetzentwurf der Oregon-Abgeordneten Darlene Hooley soll die US-Drogenpolizei anhalten, sich Einsicht in die Lieferlisten ausländischer Hersteller zu verschaffen. Ein anderer Entwurf würde den Import des Wirkstoffes in die USA kontingentieren. Die Pharmaindustrie reagierte bereits. Einige Hersteller wollen Ephedrin durch einen anderen Wirkstoff ersetzen, der sich nicht für die Herstellung von Rauschmitteln eignet.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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