Drohende Milliardeneinbußen
Post-Aktie auf Rekordtief

Die drohenden Milliardeneinbußen wegen einer verordneten Portosenkung haben die Aktien der Deutschen Post am Mittwoch auf ein Rekordtief gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Am frühen Abend stürzte das Papier unter die Marke von zwölf Euro und damit beinahe auf die Hälfte des Wertes, zu der sie Ende 2000 an die Börse gebracht worden war.

Auf Druck der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) soll die Post im kommenden Jahr ihre Preise je nach Produkt und Dienstleistung zwischen knapp zwei und gut sieben Prozent senken. Darunter fällt auch das Briefporto, dem weitaus größten Umsatz- und Gewinnbringer des Konzerns.

Die Post erwartet infolge der Preissenkungen Umsatzausfälle von bis zu 1,5 Milliarden Euro bis 2007, die sich auch stark auf den Gewinn niederschlagen dürften. Die Mindereinnahmen sollen durch massive Einsparungen abgefangen werden. Hierzu könne der Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen und die "Ausdünnung des Filialnetzes" gehören, erklärte die Post.

Mit Blick auf den Kursverfall der Post-Aktie sagte der Händler Christian Schmidt von der Helaba: "Es gibt noch Unklarheit über die tatsächliche Höhe, das verunsichert die Anleger. Ich weiß nicht, ob es bei den 1,5 Milliarden Euro bleibt." Die Aktie war am Morgen mit einem Abschlag von vier Prozent in den Handel gestartet und hatte diesen Verlust zusehends ausgebaut. Im späten Geschäft rutschte der Titel auf 11,91 Euro und damit auf seinen tiefsten Stand seit dem Börsengang im November 2000, als die "Aktie Gelb" zu 21 Euro an den Markt gebracht worden war.

Analysten zeigten sich von der Verordnung zur Portosenkung wenig überrascht gezeigt: "Wir haben immer erwartet, dass der Regulierer das Porto kürzt", sagte Raymond Maguire von der Investmentbank UBS Warburg. Allerdings habe es Hoffnungen gegeben, dass die Preissenkungen nicht so hoch ausfallen würden.

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