Drohender Ausschluss vom Neuen Markt
Infomatec findet zweite Betreuerbank

dpa/rtr MÜNCHEN/AUGSBURG. Kurz vor dem drohenden Ausschluss vom Neuen Markt hat das Softwareunternehmen Infomatec doch noch eine zweite Betreuerbank für die Börse gefunden. Dabei handelt es sich um die Frankfurter Future Securities AG.

Das teilte die Infomatec Integrated Information Systems AG am Freitag in Augsburg mit. Damit habe das Unternehmer aus seiner Sicht alles getan, um am Neuen Markt zu verbleiben. Zudem wurden erste Konsequenzen aus dem Skandal um korrigierte Umsatzprognosen gezogen. Firmengründer und Vorstandschef Gerhard Harlos sagte am Freitag in München, er und sein Vorstandskollege Alexander Häfele wollten bis spätestestens Jahresende zurücktreten.

Die Westdeutsche Landesbank und Sal. Oppenheim hatten sich als Betreuerbanken nach Vorwürfen über gefälschte Börsenmitteilungen der Infomatec zurückgezogen. In diesem Zusammenhang ermittelt die Staatsanwaltschaft in Augsburg. Das Unternehmen will an diesem Freitag in München zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Nachfolger für die Vorstandsmitglieder gebe es noch nicht. Harlos wies die Vorwürfe von Anlegerschützern wegen Insider-Handels und Kursmanipulationen zurück. Er und Häfele hätten zwar seit dem Börsengang dreimal Aktien verkauft, dies stehe aber nicht im Zusammenhang mit Pflichtmitteilungen des Unternehmens. Dennoch sollen die Anschuldigungen von einem Wirtschaftsprüfer untersucht werden, den die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SDK) bestimmt.

Infomatec hatte Ende August seine Umsatzerwartungen für das laufende Jahr auf 50 Mill. Euro halbiert, obwohl nach früheren Angaben Aufträge in größerem Umafng gemeldet worden waren. Vorstandschef Harlos begründete die Korrektur nun mit nicht eingehaltenen Zusagen und Abmachungen von Kundenseite. Dennoch verfüge Infomatec über ausreichend liquide Mittel, betonte er. Als Konsequenz aus dem niedrigeren Umsatzvolumen soll der Personalbestand um 120 Mitarbeiter, das sind 20 % der Infomatec-Beschäftigten, abgebaut werden. Die betrieblichen Kosten will Harlos ebenfalls um 20 % senken. Vorstandsmitglied Hanspeter Kipfer stellte mittelfristig wieder schwarze Zahlen in Ausicht: "Die operative Lage ist kritisch - aber wir sind zuversichtlicht.

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