Drohung mit Aufkündigung der Freundschaft
Irak fordert Türkei zur Zusammenarbeit auf

Der Irak hat das Nachbarland Türkei zur Zusammenarbeit aufgefordert, um eine etwaige amerikanische Militäroperation gegen Bagdad zu verhindern.

HB/dpa ANKARA/TEHERAN. Zugleich machte der irakische Vizeregierungschef Tarik Asis am Dienstag nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Bülent Ecevit deutlich, dass Bagdad der Türkei die Freundschaft aufkündigen werde, sollte Ankara den USA bei einem Militärschlag die Benutzung des Luftraumes gestatten. Auf die Frage eines Journalisten, ob der Irak die Türkei in diesem Fall noch als Freund akzeptieren werde, sagte Asis: "Nein, sicher nicht."

Bagdad und Ankara stimmten darin überein, dass die US-Drohungen gegen den Irak eine Bedrohung für alle Länder der Region und somit auch für die Türkei darstellten, sagte Asis. Nicht nur der Irak, auch die Türkei werde Schaden davontragen, vorrangig auf wirtschaftlichem Gebiet. Er habe Ecevit versichert, dass sich seine Regierung den Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates "gänzlich fügen" werde. Der Irak werde den UN-Waffeninspekteuren vollständig behilflich sein, sagte Asis. Die irakische Delegation bei den Gesprächen in Wien sei angewiesen worden, den Inspekteuren entgegenzukommen. Bei den Kontrollen werde sich erweisen, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gebe.

Kuwait würde nach den Worten seines Verteidigungsministers Scheich Dschabir el Mubarak el Sabah eine militärische Operation der USA gegen den Irak begrüßen. Im Falle eines UN-Mandats wäre Kuwait froh über eine solche Operation, sagte Scheich Dschabir am Dienstag in Teheran vor Journalisten. Die irakische Führung habe viele Verbrechen verübt. Nicht nur Kuwait, das 1990 vom Irak besetzt worden war, sondern auch andere Opfer aus Iran und selbst dem Irak sollten die irakischen Führer vor Gericht bringen, sagte Scheich Dschabir. Mit ihm hat sich Berichten zufolge erstmals ein arabischer Regierungsvertreter in Teheran nicht gegen eine US-Militäraktion gegen den Irak ausgesprochen.

Der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani erklärte am Dienstag in Teheran, dass sein Land im Irak-Konflikt weder auf der amerikanischen noch der irakischen Seite stehe. Iran unterstütze keinen US-Militärschlag. Teheran sei ferner der Ansicht, dass Bagdad international anerkannte Resolutionen respektieren müsse, sagte Schamchani vor Journalisten. "Was wir tun können, ist, mit verstärkten diplomatischen Anstrengungen Spannungen in der Region zu verhindern, das übrige liege beim Irak, insbesondere im Hinblick auf die UN-Inspektionen", erklärte der Minister.

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