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DRS 15 zur Lageberichterstattung verabschiedet

Der Deutsche Standardisierungsrat (DSR) hat den Deutschen Rechnungslegungs Standard (DRS) 15 ...

Der Deutsche Standardisierungsrat (DSR) hat den Deutschen Rechnungslegungs Standard (DRS) 15 "Lageberichterstattung" mit dem Ziel verabschiedet, die großen Unterschiede in Umfang, Inhalt und Struktur der Lageberichterstattung deutscher Unternehmen zu reduzieren. Dazu wird die mit dem Bilanzrechtsreformgesetz ab Anfang nächsten Jahres geltende Modernisierung der Lageberichterstattung unter Berücksichtigung europäischer und internationaler Entwicklungen konkretisiert. Der Konzernlagebericht wird als Instrument einer wert- und zukunftsorientierten Berichterstattung ausgebaut, um den Adressaten die Einschätzung des Geschäftsverlaufs, der Lage und der Chancen und Risiken der weiteren Entwicklung des Unternehmens zu erleichtern.
Der Lagebericht als Ergänzung des Abschlusses ist traditioneller Bestandteil der Rechnungslegung deutscher Unternehmen. Auch das europäische Bilanzrecht schreibt den Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage für alle Kapitalgesellschaften unabhängig von der Inanspruchnahme des Kapitalmarkts vor. Da bisher kein IAS/IFRS zum Lagebericht oder vergleichbaren Berichtsinstrumenten existiert, bleibt er auch für die von der IAS-Verordnung erfassten Unternehmen zwingender Bestandteil der Rechnungslegung. Mit der Ende des Jahres erwarteten Verabschiedung der EU-Transparenz-Richtlinie wird der Lagebericht darüber hinaus ab 2007 Pflichtbestandteil der jährlichen Kapitalmarktberichterstattung aller Emittenten in der EU und ist jeweils zum Halbjahr in seinen wesentlichen Elementen zu aktualisieren.
Der Standard regelt die Lageberichterstattung für alle Mutterunternehmen, die einen Konzernlagebericht gemäß § 315 HGB aufzustellen haben oder freiwillig aufstellen und empfiehlt eine entsprechende Anwendung auf den Lagebericht gemäß § 289 HGB.
Die Regeln des Standards sind so formuliert, dass sie den individuellen Erfordernissen der Lageberichterstattung verschiedener Unternehmen und Branchen gerecht werden. Zu Beginn des Standards werden die Grundsätze der Lageberichterstattung formuliert. Sein weiterer Aufbau orientiert sich an der für den Konzernlagebericht empfohlenen Gliederung: Geschäft und Rahmenbedingungen, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, Nachtragsbericht, Risikobericht und Prognosebericht. Der Standard enthält zusätzlich in einer Anlage Empfehlungen für die Lageberichterstattung und formuliert fünf Grundsätze der Lageberichterstattung: Vollständigkeit, Verlässlichkeit, Klarheit und Übersichtlichkeit, Vermittlung der Sicht der Unternehmensleitung und Konzentration auf die nachhaltige Wertschaffung.
Ausgangspunkt für die Analyse des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen Lage ist ein Überblick über den Konzern, seine Geschäftstätigkeit und deren Rahmenbedingungen. Zusätzlich ist auf die Aktivitäten zu Forschung und Entwicklung ist einzugehen. Die Unternehmensleitung hat den Geschäftsverlauf darzustellen und zu beurteilen. Kapitalmarktorientierte Unternehmen haben zusätzlich das unternehmensintern eingesetzte Steuerungssystem darzustellen und zu erläutern.
Ausgangspunkt für die Analyse des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen Lage ist ein Überblick über den Konzern, seine Geschäftstätigkeit und deren Rahmenbedingungen. Zusätzlich ist auf die Aktivitäten zu Forschung und Entwicklung ist einzugehen. Die Unternehmensleitung hat den Geschäftsverlauf darzustellen und zu beurteilen. Kapitalmarktorientierte Unternehmen haben zusätzlich das unternehmensintern eingesetzte Steuerungssystem darzustellen und zu erläutern.
Im Mittelpunkt der Darstellung der Ertragslage stehen die Entwicklung des Ergebnisses, des Umsatzes und der Auftragslage sowie wesentliche Veränderungen in der Struktur der Aufwendungen und Erträge. Im Mittelpunkt der Darstellung der Finanzlage stehen das Finanzmanagement, die Kapitalstruktur und Kapitalausstattung sowie eine Liquiditätsanalyse anhand der Kapitalflussrechnung. Im Mittelpunkt der Darstellung der Vermögenslage stehen die Höhe und die Zusammensetzung des Vermögens. Darüber hinaus sind Angaben zu außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zu machen. Die Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage schließt mit einer Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns ab. Zudem werden weitere Angaben, wie beispielsweise eine Berichterstattung über die immateriellen Werte des Konzerns, empfohlen.
Im Mittelpunkt der Darstellung der Ertragslage stehen die Entwicklung des Ergebnisses, des Umsatzes und der Auftragslage sowie wesentliche Veränderungen in der Struktur der Aufwendungen und Erträge. Im Mittelpunkt der Darstellung der Finanzlage stehen das Finanzmanagement, die Kapitalstruktur und Kapitalausstattung sowie eine Liquiditätsanalyse anhand der Kapitalflussrechnung. Im Mittelpunkt der Darstellung der Vermögenslage stehen die Höhe und die Zusammensetzung des Vermögens. Darüber hinaus sind Angaben zu außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zu machen. Die Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage schließt mit einer Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns ab. Zudem werden weitere Angaben, wie beispielsweise eine Berichterstattung über die immateriellen Werte des Konzerns, empfohlen.
Im Prognosebericht hat die Unternehmensleitung ihre Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken zu erläutern und diese zu einer Gesamtaussage zu verdichten. Die Darstellung der Erwartungen hat sich auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Branchenaussichten und auf positive oder negative Entwicklungstrends sowie deren wesentliche Einflussfaktoren zu beziehen. Als Prognosezeitraum für nicht quantitative Informationen sind mindestens zwei Geschäftsjahre zugrunde zu legen. Die Quantifizierung der Erwartungen wird für das kommende Geschäftsjahr empfohlen.
Der am 15. 11. 2003 veröffentlichte Standardentwurf E-DRS 20 war auf großes Interesse in der Praxis und Wissenschaft gestoßen. Die zahlreichen Stellungnahmen und die Anregungen aus der öffentlichen Diskussion im Februar 2004 wurden vom DSR intensiv diskutiert und mündeten in einer überarbeiteten Version des Standardentwurfs, der im Juli veröffentlicht wurde. Anpassungen betrafen beispielsweise die Verkürzung des empfohlenen Zeithorizonts für quantitative Prognosen auf ein Jahr und der Ausweis des Nachtragsberichts als eigener Berichtsabschnitt. Die Streichung der Angabepflicht von Zielen und Strategien durch den Deutschen Bundestag im Oktober erforderte eine entsprechende Anpassung der Vorgaben des Standards.
Der Standard wird dem Bundesjustizministerium zur Bekanntmachung übermittelt und soll, entsprechend dem Bilanzrechtsreformgesetz, für Geschäftsjahre gelten, die nach dem 31. 12. 2004 beginnen. Mit dem IASB und seinen nationalen Liaisonpartnern wie Großbritannien wird darüber hinaus im Rahmen des Forschungsprojekts "Management Commentary / MD & A" über die mögliche Gestaltung eines dem Konzernlagebericht vergleichbaren Berichtsinstruments nach IFRS diskutiert

Quelle: FINANZ BETRIEB, 08.12.2004

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