Druck auf die Preise
Opec-Öl fällt vor Ministerkonferenz unter 20 Dollar

Befürchtungen vor einer weltweiten Rezession bei gleichzeitig unveränderten Rohölexporten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) haben die Ölpreise am Mittwoch vor Beginn des Ministertreffens in Wien weiter fallen lassen.

rtr LONDON. An der Londoner Terminbörse IPE wurde das Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im November mit 21,95 um 0,43 $ billiger als am Vortag gehandelt. Der Preis für den Korb aus sieben Opec-Ölsorten rutschte am Dienstag unter die Marke von 20 $, nachdem er bereits am Montag unter das untere Limit der angepeilten Preisspanne von 22 bis 28 $ für das Barrel gefallen war.

Der Marktüberwachungsausschuss der Opec will um 12.00 Uhr MESZ in Wien zusammenkommen. Die Ölminister selbst wollen dann am Nachmittag auf Basis der Ergebnisse der Ausschussberatungen über Ölfördermengen und Preise diskutieren.

Londoner Händler machten für den Verfall der Preise die zunehmende Sorge der Marktteilnehmer wegen einer möglichen weltweiten Rezession und daraus resultierender geringerer Nachfrage anch Öl verantwortlich. Diese habe mittlerweile die Befürchtungen vor einer militärischen Aktion der USA in Reaktion auf die Anschläge vom 11. September in den Hintergrund gedrängt, weil von einem Militärschlag offenbar zunächst kein Ölförderland betroffen wäre. Darüber hinaus sorgten aber auch Äußerungen hochrangiger Vertreter des Ölkartells für Druck auf die Preise.

So hatte erst am Morgen Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi in Wien gesagt, die Opec werde keine übereilten Beschlüsse treffen. Eine Änderung der Förder- und Exportmengen sei derzeit nicht erforderlich, da zunächst einmal die Drosselung der Ölausfuhren von Anfang September um eine Million auf 23,2 Mill. Barrel täglich (bpd) am Markt voll wirksam werden müsse. Erst danach könnten neue Beschlüsse gefasst werden, sofern dies erforderlich sein sollte, sagte er.

Bereits am Vortag hatte Opec-Präsident Chakib Khelil gesagt: "Momentan sehe ich keine Notwendigkeit, die Fördermengen zu ändern." Angesichts der jüngsten Ereignisse sei es gefährlich, eine Entscheidung "in die eine oder andere Richtung" zu treffen, sagte er.

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